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I'm absolutely shocked - it's not ignored. :eek:

http://www.abendblatt.de/daten/2003/04/30/154473.html?prx=1

". . . da ist noch eine Rechnung offen"

Vor zehn Jahren wurde am Rothenbaum Tennis-As Monica Seles niedergestochen. Ihre Seelenqualen hat sie weitgehend verwunden, nicht aber das milde Urteil gegen den Täter.

Von Jörg Allmeroth


Hamburg - Es ist ein sonniger Frühlingsabend. Freitag, der 30. April 1993. Es ist Viertelfinaltag am Hamburger Rothenbaum, und es ist der zweite Satz der Amerikanerin Monica Seles gegen die Bulgarin Magdalena Maleewa in einer Partie, die auf unrühmliche Weise in die Geschichte des Sports eingehen wird. Während Seles bei einer 6:4, 4:3-Führung auf ihrem Pausenstuhl Platz nimmt, erhebt sich ein unscheinbarer Mann mit Baseballkappe von seinem Tribünensitz und nähert sich der Weltranglisten-Ersten, die 19 Monate zuvor Deutschlands Tenniskönigin Steffi Graf an der Spitze abgelöst hat und nun von Sieg zu Sieg eilt.

Der Mann ist Günter Parche, ein arbeitsloser Dreher aus Thüringen.

Er liebt Steffi Graf abgöttisch und sagt später über sie: "Sie ist eine einzigartige Frau. Ihre Augen glänzen wie Diamanten." Und er hasst Monica Seles seit 1990, seit ihrem Sieg über Steffi Graf bei den German Open in Berlin: "Dieses Ereignis erschütterte mich so sehr, dass ich mir später das Leben nehmen wollte." Seit jenem "Ereignis" hat der psychisch kranke Parche Rachepläne geschmiedet. Ein Gedanke beseelte sein Leben: Seles so zu verletzen, dass sie lange kein Tennis spielen und "seine" Steffi wieder die Nummer eins der Welt werden kann.

Schon 1990 wollte er zu den French Open nach Paris reisen, um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Doch in Stuttgart brach Parche seine Reise ab, weil er feststellte, "dass ich gar keinen für Frankreich gültigen Pass besitze".

Erst in der letzten Aprilwoche des Jahres 1993 sah Parche die Chance für ein Attentat gekommen, das sein Leben wieder ins Gleichgewicht bringen sollte ("Seit Monica auf Platz eins stand, war für mich eine Welt zusammengebrochen"). Drei Tage lang hetzte er wie ein Getriebener über den Rothenbaum, überlegte sich mehrere Tatvarianten, auch jene, Monica Seles einen Blumenstrauß zu überreichen und dann zuzustechen. Doch dann stellte er fest, wie einfach es sei, in der ersten Reihe entlangzulaufen und sich so hinter Seles zu postieren.

Und so steigt Parche am Abend jenes 30. April von Reihe neun hinunter bis in Reihe eins, greift aus einer Plastiktasche ein Tranchiermesser und sticht die ahnungslose Monica Seles, die sich gerade mit einem Handtuch den Schweiß von der Stirn wischt, in den Rücken - Sekunden bevor sie wieder auf den Platz zurückgehen will.

Wie sie sich an den Rücken griff, das aus der Wunde strömende Blut spürte und dann, nach ein paar Schritten weg vom Täter, am Netz zusammenbrach, weiß Monica Seles nicht mehr: "Ich habe mir die Bilder nie angesehen, und ich kann mich auch an diese ersten Sekunden nicht erinnern. Ich kam erst im Krankenhaus zu mir", sagt sie. Der Tag und die Tat aber sind immer präsent im Leben des Tennisstars, der fast zerbrochen wäre an der Messerattacke, an einem Attentat, "das mir für eine Ewigkeit jede Sicherheit geraubt und mich lange misstrauisch gegen die Menschen gemacht hat".

Der 30. April 1993 ist eine Zäsur im Leben von Monica Seles. Bis heute. Geblieben ist vor allem "eine große offene Rechnung", eine Rechnung gegen die deutsche Justiz. "Ich kann nicht verstehen, warum dieser Mensch nicht für seine Tat büßen musste", sagt Seles im Gespräch mit dem Abendblatt. Und bekennt zugleich: "Ich habe nichts gegen Deutschland, ich habe eine Menge gute Freunde hier." Und dann zeigt sie bedeutungsvoll auf ihren Sparringspartner jener Tage, auf einen großen blonden Hünen, auf Andreas Bilek aus Hamburg.

Es tue ihr einerseits weh, "dass ich nicht zurück kann nach Deutschland, denn es gibt so viele schöne Orte dort", versichert Seles, "aber ich bin jemand mit starken Prinzipien. Und dies ist nun einmal das Land, das den Mann, der mich angegriffen hat, nicht ausreichend bestrafte." Zwei Jahre auf Bewährung für Parche, dem die Gutachter eine hochabnorme Persönlichkeitsstruktur mit verminderter Steuerungsfähigkeit attestierten; für Seles ist das immer noch "ein Witz". Sie hat wiederholt Berufung gegen das Urteil eingelegt, sie hat immer wieder den Deutschen Tennis Bund auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagt, doch (ihr) Recht hat sie nicht bekommen. "Ich werde nie wieder in Deutschland spielen, das ist klar", sagt sie.

Im Dezember wird Monica Seles 30 Jahre alt. Ihre besten Jahre hat sie verloren in den schrecklichen Sekunden am Hamburger Rothenbaum. 27 lange Monate brauchte sie, um überhaupt wieder im Profitennis spielen zu können. Zwischenzeitlich hatte sie sich in völlige Isolation zurückgezogen und sich hinter heruntergelassenen Rollos im eigenen Haus in Florida verschanzt. Wer immer sie besuchen wollte, ob ehemalige Kolleginnen oder Funktionäre, wurde abgewiesen: "Ich war damals in einem furchtbaren Zustand. Ich hatte Albträume und schlimme Ängste", erinnert sie sich. Erst eine Psychotherapie und Gespräche mit anderen Attentatsopfern brachten sie allmählich ins Leben zurück. Knapp zwei Jahre nach der Attacke besuchte sie heimlich die French Open in Paris, um zu testen, ob sie wieder in der Lage sein würde, vor vielen Tausend Menschen zu spielen. Seles: "In gewisser Weise war ich wie ein Kind, das laufen lernen muss."

1995 bei den Canadian Open in Toronto kehrt sie endlich auf den Centre Court zurück, gewinnt das Turnier in einer Bravourleistung und erreicht kurze Zeit später auch das Finale der US Open gegen Steffi Graf. "Ein Endspieltraum, der aus Albträumen geboren wurde", schreibt die "New York Times" über das Finalduell, das die Deutsche in drei hart umkämpften Sätzen gewinnt. Jene Deutsche, die über viele Monate der Zwangspause von Seles das gewesen ist, was sich der Attentäter in seinen finsteren Gedanken so sehr gewünscht hatte: die Nummer eins der Welt.

Acht Grand-Slam-Siege hatte Monica Seles bis zu jenem 30. April vor zehn Jahren geholt. Danach gewann sie nur noch einen der vier Major-Wettbewerbe, die Australian Open 1996. Das, was sie in ihren frühen Jahren ausgezeichnet hatte, jene ruchlose Selbstgewissheit, jene unvergleichliche Dynamik, das hat sie seither nie wieder in dieser Konstanz und Klasse auf den Center Court gebracht.

Aber dafür erhält sie in ihrem zweiten Tennisleben Sympathie und eine ganz neue Zuneigung des Publikums, wie so viele Athleten, die nach Schicksalsschlägen und schweren Verletzungen ins Herz geschlossen werden. So wie übrigens später auch Steffi Graf, die sich nach Steueraffäre und immer neuen körperlichen Blessuren ein ums andere Mal aufrappelte. "Ich habe Briefe von Leuten bekommen, die noch nie ein Tennisspiel gesehen haben", sagt Seles, "aber meine Geschichte hat sie angerührt. Ich war für jeden das Mädchen, dem ein Messer in den Rücken gestochen wurde, mitten auf dem Tennisplatz."

Wann sie vom Tennis endgültig Abschied nimmt - sie weiß es noch nicht. "Ich lasse mich von niemandem drängen aufzuhören." Sie will es noch ein wenig genießen, durch die Welt zu reisen, befreit von allem Erfolgsdruck. "Es macht Spaß, die Jüngeren zu ärgern. Die müssen aufpassen auf mich: Ich habe immer noch einen gesunden Ehrgeiz."
 

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translation?
 

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Put it into an online translator. It should work fine, if you replace "Steffi Count" with "Steffi Graf". :eek:
 

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Here it is translated by an on-line service. I even replaced "Steffi count" with "Steffi Graf."

If you can ignore the subject matter, the translator makes it sound quite amusing.


". . . there another calculation is open "
Ten years ago became at the Rothenbaum tennis ace Monica Seles niedergestochen. It extensively distorted your souls torments, not however the mild judgment against the culprit.

Of Jörg Allmeroth

Hamburg - a sunny Frühlingsabend is it. Friday, the 30 April 1993. quarterfinal day is It at the Hamburger Rothenbaum, and it is the second sentence of the American Monica Seles against the Bulgarin Magdalena time ema in a party that will go in on inglorious manner into the story of the sport. During Seles in a 6:4, 4:3-Führung on its recesses chair place takes, raises itself an insignificant man with baseball cap of its platforms seat and approaches removed has itself the world rankings first, the 19 months before Germany tennis king Steffi Graf at the tip and hurries now from victory to victory.

The man is Günter Parche, an unemployed Dreher out of Thüringen.

It loves Steffi Graf abgöttisch and says later over it: "you an unique woman is. Your eyes shine like diamonds." And it has hated Monica Seles since 1990, since its victory over Steffi Graf in the German Open in Berlin: "this event shake me so very, that I me later the life take wanted." Since that "event", the Parche revenge plans psychically sick forged. A thought beseelte are life: Seles so to injure that it can play long no tennis and "its" Steffi can become again the number one of the world.

It wanted to travel already 1990 to the French Open to Paris, did around its intention in that to transfer. Yet in Stuttgart, Parche interrupted its trip because it assessed, "that I quite no passport valid for France would possess".

Parche saw come not until the last April week of the year 1993 the chance for an attempt, that should bring its life again into the balance, (" since Monica on place one stood, was for me a world collapsed"). It agitated three days long like a driven over the Rothenbaum, considered several Tatvarianten, also that to submit Monica Seles a bouquet and then zuzustechen. Yet then it assessed how simple it would be, to post itself in the first row along demands and so behind Seles.

And so Parche climbs in the evening of that 30 April of row nine down into row one, grasps a Tranchiermesser out of a plastic pocket and pricks the unsuspecting Monica Seles, that wipes itself just with a towel the sweat of the forehead, in which backs - seconds before it wants to be due again to the place.

How she grasped herself at the back, that sensed streaming blood out of the wound and collapsed, after a couple of steps away then of the culprit, at the network, Monica Seles knows no longer: "I never looked at cannot remind me the pictures, and I me also of these first seconds. I came not until the hospital to me", say it. The day and that did are however always present in the life of the tennis starling, that almost would be broken at the knife attack, at an attempt, "that me for an eternity each security stolen and me long distrustfully against the persons made has".

The 30 April 1993 is a caesura in the life of Monica Seles. Until today. Remained is above all "a large open calculation", a calculation against the German justice. "I cannot understand, why this person not for his did büßen must", says Seles in the conversation with the evening sheet. And confesses at the same time: "I have nothing against Germany, I have a quantity of good friends here." And then it shows meaningfully on its Sparringspartner of those days, on a large blond Hünen, on Andreas Bilek out of Hamburg.

It does not do its on the one hand blow, "that I back can to Germany, for it gives so many pretty places there", assures am Seles, "however I someone with strong principles. And this is not punished now once the country, that the man who attacked me, sufficiently." Two years on proof for Parche, that the experts attested a hochabnorme personality structure with diminished control capacity; for Seles that is always yet "a joke". It inserted repeatedly calling against the judgment, it did not accuse got again and again the German tennis alliance on damages in millions height, but (its) right it. "I become never again in Germany play, that is clear", says it.

In December Monica Seles becomes 30 years old. It lost your best years in the terrible seconds at the Hamburger Rothenbaum. It needed 27 long months in order to be able to play generally again in the pro tennis. Meanwhile she had withdrawn into entire isolation and itself behind lower Rollos in the characteristic house in Florida verschanzt. Who wanted to visit always it whether former colleagues rejected became or functionaries, : "I was at that time in a terrible condition. I had Albträume and bad anxieties", remember myself it. First a psychotherapy and conversations with other attempt sacrifices brought it gradually into the life back. Tightly two years after the attack visited it secretly the French Open in Paris in order to test whether it would be again in the situation to play before many thousand persons. Seles: "in more certainly manner was I like a child, that run learn must."

It returns 1995 in the Canadian Open in Toronto finally on the Centre Court, wins the tournament in a Bravourleistung and reaches short time later also the finale of the US Open against Steffi Graf. "A final game dream, that out of Albträumen born became", writes hard fought over wins the "New York Times" over the Finalduell, that the German in three sentences. Those German, who was over many months of the compulsion recess of Seles that what had wished for the attempts in its dark thought so very: the number one of the world.

Monica Seles had got eight Grand-Slam-victories to that 30 April ten years ago. After that it won only one of the four major competitions, the Australian Open 1996. that, what had priced it in its early years, that wicked even certainty, that incomparable dynamics, that it brought in these Constance and class since then never again on the centers Court.

But for that it receives sympathy in its second tennis life and an entirely new affection of the public, how so many athletes who are closed after Schicksalsschlägen and heavy injuries into the heart. So like by the way later also Steffi Graf, that itself after tax affair and always new physical wounds an around the other time aufrappelte. "I have letters of people get, that never a tennis game seen have", says touched Seles, "however my story it. I was for each the girl, whom a knife in the back was pricked, middle on the tennis place."

When it takes departure of the tennis finally - it it knows not yet. "I let me of no one press to stop." It wants to enjoy it another few to travel through the world, frees of all success pressure. "It is fun to annoy the boys. That must pay attention to me: I have always another healthy ambition."

appeared on the 30th Apr 2003 in sport
 
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