Fed Cup - Barthel: "So nervös wie noch nie"
Mona Barthel war gegen Ana Ivanovic rein statistisch die bessere Spielerin und hat am Ende trotzdem das Auftaktmatch der Fed-Cup-Begegnung zwischen Deutschland und Serbien verloren. Für die zurückhaltende 22-Jährige war es eine schwierige Aufgabe bei ihrem Debüt in der Nationalmannschaft von Barbara Rittner. Die Nervosität und der große Druck waren ihr anzumerken - das gab Barthel auch selbst zu.
Aufgezeichnet von Felix Mattis (Stuttgart)
Frau Barthel, mehr Punkte, mehr Asse, weniger Doppelfehler - Sie waren über die gesamte Distanz eigentlich die bessere Spielerin und haben trotzdem verloren. Warum?
Mona Barthel: Das war auf keinen Fall das beste Match, das ich je gemacht habe. Ich kann besser spielen, aber auf Grund dieser besonderen Situation im Fed Cup ist es natürlich schwieriger. Ich habe die Bälle bekommen, die ich normalerweise gerne haben möchte. Aber leider habe ich sie nicht so gespielt, wie ich sie normalerweise vielleicht spielen würde. Es war schade, denn ich habe schon gemerkt, dass mehr drin gewesen wäre. Ich habe vorher zwei Mal gegen sie gespielt und zwei Mal gewonnen. Auch heute wäre es möglich gewesen, wenn ich meine Leistung gezeigt hätte. Aber wie gesagt: Im Fed Cup ist es immer eine andere Situation.
Welche Rolle hat die Debüt-Nervosität gespielt?
Barthel: Ich war wirklich sehr nervös - so sehr wie noch nie in einem Match. Man will natürlich unbedingt gut spielen und will für das Team den ersten Punkt holen. Da macht man sich auch selbst Druck. Aber ich glaube, jeder, der in dieser Situation war, kennt das. Ich habe einfach versucht, mein Spiel zu spielen. Und ab 2:5 im ersten Satz hat das auch besser geklappt, ich bin auf 5:5 herangekommen. Leider hat es dann im Tie-Break nicht ganz gereicht. Wenn ich den ersten Satz gewonnen hätte, dann wäre es vielleicht anders ausgegangen.
Wie gut konnten Sie denn mit der knappen Niederlage im ersten Satz nach dieser Aufholjagd umgehen? Das war sicher schwierig...
Barthel: Ja, aber ich habe das Positive daraus mitgenommen: dass ich zum Ende des Satzes besser gespielt habe und etwas lockerer wurde. Ich wollte dann im zweiten von Beginn an da sein und mein Tennis spielen.
Den zweiten Satz haben Sie gewonnen, und als Ivanovic im dritten bei 2:2 servierte und 0:30 zurück lag, hatte man den Eindruck, jetzt könnten Sie sie knacken. Aber dann kam kein Punkt mehr und es folgte doch das 3:2 gegen Sie. War das der Knackpunkt, oder eher das Break zum 4:2 im Anschluss?
Barthel: Eher das Break. Es ist schade, dass ich bei 2:2 nicht das 0:40 und dann das 3:2 geschafft habe, aber entscheidend war, glaube ich, mein Aufschlagspiel danach. Da habe ich auf einmal zu viele leichte Fehler gemacht. Aber es war einfach insgesamt zu viel Auf und Ab im ganzen Match.
In diesem eigenen Aufschlagspiel bei 2:3 und 15:30 mussten Sie dann über den zweiten Aufschlag - und plötzlich schreit ein Baby im Publikum. Auch die Schiedsrichterin hat dort kurz hingeschaut, also war es auf dem Platz zu hören. Hat Sie das gestört?
Barthel: "Nein, das habe ich nicht mitbekommen - vielleicht unterbewusst, aber eigentlich nein. Im Match ist man auf sich selbst konzentriert. Die Stimmung in der Halle ist super und beim Fußball grölen ja die ganze Zeit Leute. Beim Tennis hingegen drehen sich schon alle um, wenn man nur einen Ton hört. Aber damit kommt man klar, wenn man öfter auf dem Platz steht."
Registriert man denn dann die Anfeuerungen aus der Box?
Barthel: Die Stimmung in der ganzen Porsche Arena ist toll, und die Unterstützung, die wir bekommen - vom Publikum und auch von der Mannschaft. Das ganze Team war da und hat versucht, mich anzufeuern - auch Barbara Rittner hat auf der Bank versucht, es mir etwas leichter zu machen.
Und wie waren die Reaktionen der Mannschaftskameradinnen nach der Niederlage?
Barthel: Total positiv. Die haben natürlich auch gemerkt, dass ich alles gegeben habe und haben versucht, mich aufzubauen. Die Stimmung im Team ist wirklich positiv. Wir verstehen uns alle gut und unterstützen uns, und es macht wirklich Spaß. Ich denke, im Großen und Ganzen kann ich zufrieden sein.
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