TennisForum.com - View Single Post - Kristina Barrois

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Old Mar 21st, 2005, 12:53 PM   #20
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http://www.lsvs.de/intern/news220205_03.htm





22. Februar 2005





„Küken" im Profi-Zirkus

Kristin Barrois will unter die besten Hundert der Tennis-Welt




Kristina Barrois, 23, wohnt in Urexweiler, ein beschaulicher Flecken mit 3 000 Einwohnern. Jetzt will sie aber unter die ersten Hundert. Beileibe nicht in ihrem Heimatort – nein: unter die besten 100 der Tenniswelt. Die deutsche Vizemeisterin (und Nummer 2 des Bundesligisten TC Bous) ist seit Januar Profi und will ihrem Ziel alles unterordnen. Und kann es schaffen!

Der Salat im Sportlertreff der Hermann Neuberger Schule schmeckt köstlich. Kristina Barrois lacht verschmitzt; ihre Trainer Patrick Schmidt (seit acht Jahren) und der Landescoach des Saarländischen Tennisbundes (STB), Dirk Dier, schätzen die fröhliche Unbekümmertheit ihres Schützlings. Mittagspause im Stadtwald. Eine Stunde später stehen im Tennis-Leistungszentrum wieder Aufschlag, Rückhand, Lob und Slice auf dem Programm. Alltag für die schlanke Frau mit den halblangen, braunen Haaren zwischen Kraftraum, Waldlauf und den schweißtreibenden Übungen mit Schläger und Filzball. Und die 35 km mit dem Wagen in ihren Heimatort zurück.



Ja. Seit sechs Wochen ist nichts mehr wie es war. Eigentlich schon früher, etwa als die damals 21-Jährige bei den Deutschen Hallenmeisterschaften 2002 in Quierschied Dritte wurde. „Da war ich schon der Zwickmühle", gesteht Kristina, entschied sich aber dann doch für die Sicherheit, eine solide Ausbildung zur Regierungsinspektorin beim Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport. Doch spätestens nach dem Gewinn des deutschen Vizetitels im Dezember 2004 in Isernhagen (Niederlage gegen die Stuttgarterin Angelika Bachmann) ist sich die charmante Saarländerin sicher, „dass ich mehr erreichen kann."

Verständnis für ihre großen Pläne fand sie im Ministerium. „Wir haben eine intelligente Lösung gefunden", hat die saarländische Sportministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ihre einstige Angestellte für drei Jahre freigestellt. Sie hat eine gute Chance, unter die Besten der Welt zu kommen. Es sei auch eine Aufgabe öffentlicher Arbeitgeber, jungen Leuten eine solche Chance zu ermöglichen."



Unterstützt wird das „Küken im Profi-Zirkus" auch von Bernd Franke – er wohnt im gleichen Ort - mit dem sie Kondition bolzt. Der ehemalige Bundesliga-Torhüter (Braunschweig) kümmert sich auch um Management und Sponsorensuche. Unterstützt wird sie bisher vom Schlägerhersteller Head, Kleidung von adidas und natürlich vom STB. Aber künftig wird die Aufsteigerin des Jahres viel selbst regeln müssen. Reisen und Flüge bedeuten mehr Kosten; die müssen erst eingespielt werden.

Kristina Barrois steht derzeit unter den besten 20 Damen in Deutschland, hat die Top-Spielerinnen Angelika Roesch (Moers), Stephanie Gehrlein (Karlsruhe) und Greta Arn (Benrath) schon vom Platz gefegt. Experten beschreiben ihre Unberechenbarkeit als Plus. Auf der im Damenbereich seltenen einhändigen Rückhand spielt die Newcomerin einen tiefen Slice. Ihr Spiel ist sehr variabel. Nicht selten taucht sie am Netz auf und sucht dort die Entscheidung.

Ist die aufgeschlossene und selbstbewusste Akteurin die neue Hoffnung des Saar-Tennis? „Auf jeden Fall", ist Landestrainer Dirk Dier überzeugt. Und STB-Präsident Paul Hans glaubt, „dass sich Kristina in die Weltelite katapultieren kann". Es täte dem Saar-Tennis sehr gut: „Wir unterstützen sie sowohl in der Trainer- und Turnierbetreurung als auch finanziell", bekräftigt Hans. Ob sie in die Fußstapfen der einstigen Tennis-Queen Claudia Kohde-Kilsch treten kann? Die Saarbrückerin stieg vor 25 Jahren ins Profi-Geschäft ein, wurde 1985 als Nummer 4 der Welt geführt, holt den Fed-Cup und gewann mit Steffi Graf olympisches Bronze 1988 in Seoul.

Vater Waldemar Barrois, Mutter Hilde sowie die Schwestern Simone und Carmen sind jedenfalls stolz auf „die Kleine", genau so wie ihr gleichaltriger Freund Andreas Rauber, ein angehender Polizeibeamter. Auch weil Kristina jetzt weniger Zeit hat für ihre Hobbies: „Ich spiele saugern Fußball", schnürte sie regelmäßig die Stollenschuhe für die Damenelf der SG Hirzweiler-Welschbach". Die langbeinige Frohnatur kann´s: In fünf Partien schoss sie immerhin zwölf Tore für ihr Team. Fußballleidenschaft pur. In ihrem Zimmer hängen ein Poster und ein Schal des FC Bayern München. Dort ist auch Platz für ihre Titelsammlung: mittlerweile 50 Pokale.

Für Kristina Barrois hat die Zukunft in der neuen (Tennis-)Welt schon begonnen. Vier deutsche Turniere (in Stuttgart ist sie ausgeschieden; in Oberhaching feierte sie beim mit 10 000 Dollar dotierten Turnier ihren ersten Sieg als Profi), zwei in Portugal, England und Frankreich sind avisiert; das Trainingslager über Ostern im spanischen Playa fest gebucht. Und im Mai startet sie mit dem TC Bous in die neue Runde der 2. Bundesliga. Und dazwischen immer Training, Training, Training. Bleibt kaum Zeit, die Tennis-Matches am Bildschirm zu verfolgen. Aber träumen darf sie, zum Beispiel von Wimbledon...

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