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May 27th, 2016 05:58 AM
Fury
Re: Petko Articles & Interviews

Quote:

Andrea Petkovic war einmal die Nummer neun der Welt. Ihr neuer Trainer Jan de Witt will ihr Spiel verändern - doch in Paris scheitert die ehemalige French-Open-Halbfinalistin bereits in der zweiten Runde.

Von Philipp Schneider, Paris

Eine "verrückte Nudel" sei Julia Putinzewa aus Kasachstan, hat Andrea Petkov am Dienstag über ihre Zweitrunden-Gegnerin bei den French Open erzählt. "Ich mag sie unheimlich gerne, weil sie sehr energetisch ist und die große Bühne liebt", sagte Petkovic noch. Das klang ein bisschen so, als beschreibe sie sich selbst. Oder zumindest jene Andrea Petkovic, die vor Jahren freudetaumelnd auf der Tour unterwegs gewesen war, die mancherorts Tänzchen des Glücks in den Sand gesteppt hatte. 48 Stunden später hatte Putinzewa, die 21-jährige Nummer 60 der Welt, Petkovic aus dem Turnier geworfen. Mit 6:2, 6:2, nach 96 Minuten. In der zweiten Runde war Petkovic in Paris zuletzt 2010 ausgeschieden. Alles okay, alles halb so wild, sagte Petkovic nach der Niederlage, sie habe in ihrer Karriere schon viel Schlimmeres erlebt als ein paar schlechte Ergebnisse nacheinander. "Da werde ich mich jetzt wieder rausarbeiten", sagte sie.

Und doch stellt sich nun die Frage: Sollte sich nicht alles zum Guten wenden nach dem Trainerwechsel im Dezember?
.
Ein Treffen mit Jan de Witt. Dem Mann, der seit sechs Monaten versucht, Petkovic in den Griff zu bekommen. Am Tag vor der Niederlage sitzt der 51-jährige Trainer im Spielerrestaurant, vor sich ein Salat mit Hühnchen. Eine halbe Stunde hat er Zeit, dann muss er wieder los. De Witt schaut so viele Matches wie möglich, er muss in Paris auch die Männerkonkurrenz im Blick haben, weil er zudem den Franzosen Gilles Simon betreut. De Witt sagt: "Die Sache ist komplex. Andrea ist eine starke, eine sehr eigene Persönlichkeit. In manchen Bereichen des Profilebens macht das die Arbeit schwieriger. Schwierig ist vor allem der Bereich: Geduld mit sich selber zu haben."

Andrea Petkovic ist 28 Jahre alt, sie war mal die Nummer neun der Welt, fünf Jahre ist das nun her. Und deshalb hatte sie im November die Geduld verloren, sie stand kurz davor, ihre Karriere zu beenden. Jedenfalls hat sie das so gesagt. Bei Petkovic weiß man ja nie so genau, wie ernst sie ihre Ankündigungen selber nimmt. Die Sache ist tatsächlich sehr komplex. Nach einer 0:6, 0:6-Niederlage gegen Carla Suárez Navarro in Zhuhai beschrieb sie einen sehr finsteren Gemütszustand. "Ich hasse derzeit mehr Teile meines Jobs, als ich andere mag. Als ich zu Hause war, habe ich mich wirklich glücklich gefühlt. Aber ab jener Minute, als ich wieder auf die Tour zurückgekehrt bin, war ich irgendwie deprimiert. So deprimiert, dass ich eigentlich überhaupt nicht aus dem Bett kommen wollte."

Ihr Wechsel zu de Witt in die Breakpoint-Base in Halle, Westfallen war wie eine Flucht. Wer, wenn nicht de Witt, der sich in der Szene einen blendenden Ruf erworben hat, würde Petkovic in den Griff bekommen? De Witt ist ein Tüftler, ein Statistik-Freak, einer, der seit Jahren riesige Datenmengen auswertet. Informationen von über 400 Spielern hat er archiviert, und ehe er Andrea Petkovic als Spielerin übernahm, hatte er auf der Profiebene nur Männer betreut. Nun muss er die Arbeit mit Simon und Petkovic gut koordinieren, de Witt verschickt regelmäßig Mails an die Spielerorganisationen WTA und ATP, damit bei keinem großen Turnier ein Match seiner Spieler parallel angesetzt wird.

Petkovic sei "nicht so eindimensional wie viele Profisportler"
De Witt wollte Petkovic nicht nur trainieren, weil er ihr noch immer einen Grand-Slam-Erfolg zutraut und auch eine dauerhafte Präsenz in der Top 10. Er wollte Petkovic trainieren, weil sie "nicht so eindimensional ist wie sehr viele Profisportler", das hat sie gemeinsam mit dem feingeistigen Simon. Und dann sagt de Witt diesen schönen Satz: "Andrea hat sehr viele Facetten. Ich finde es sehr reizvoll, sich mit den unterschiedlichen Teilen ihrer Persönlichkeit auseinanderzusetzen, die bei ihr fast immer mit rein spielen in den Sport." Eine tiefenscharfen Analyse war das, ein feines Psychogramm.

In den vergangenen Monaten setzte de Witt die unterschiedlichen Teile ihrer Persönlichkeit wieder zusammen. Zu einer Andrea Petkovic, die wieder Freude am Tennis empfinden konnte. "Er hat schon ein gutes Gefühl für Menschen", hat Petkovic nach ihrem Auftaktsieg in Paris erzählt. "Er weiß, dass bei mir die Lockerheit dazu kommen muss zu der Disziplin, die ich auch so in mir habe."

Vor zwei Jahren stand Petkovic in Paris noch im Halbfinale
Wenn diese Lockerheit fehlt, führt Petkovic' extreme Neigung zur permanenten Selbstreflexion, zur Selbstblockade. Insofern ist de Witt davon überzeugt, dass Angelique Kerbers überraschender Titelgewinn bei den Australian-Open auch Petkovic beflügeln wird. Irgendwann zumindest. "Andrea hat Angie oft genug geschlagen. Sie weiß, dass sie dieses Niveau auch spielen kann." Nur warten Petkovic und de Witt seit Beginn ihrer Zusammenarbeit noch auf einen großen Erfolg.

Elf Turniere hat Petkovic in diesem Jahr gespielt, sechs Mal schied sie in der ersten Runde aus, zuletzt auch bei den Vorbereitungswettbewerben in Madrid und Rom. Nur im Februar erlebte sie ein kleines Zwischenhoch, in Doha erreichte sie das Halbfinale, in Dubai das Viertelfinale. Und jetzt also: raus nach der zweiten Runde French Open, ihrem geliebten Major, wo sie 2014 noch im Halbfinale gestanden hatte.

De Witt hat in den vergangenen Monaten auch Petkovic' Spiel verändert. Er mahnt zur Geduld, langfristig wird ihr das helfen, auch wenn gegen Putinzewa der Matchplan nicht aufging. Eine Idee von de Witt ist, dass Petkovic mutiger und schneller serviert. Mehr freie Punkte soll sie so erhalten, das schont Kraft, auch wenn darunter die Aufschlagquote leidet. "Irgendwas muss man geben dafür", sagt de Witt. Sie serviere inzwischen "drei, vier, fünf Asse" in den Matches, hat Petkovic Anfang der Woche selbst zufrieden festgestellt. Gegen Putinzewa schlug sie null Asse und drei Doppelfehler. Aber daran lag es nicht, schon eher am Stellungsspiel. "Meine Beine waren nicht da", sagte Petkovic. "Und als sie dann endlich eintrafen, war es längst zu spät."

Petkovic soll "simpel spielen", fordert de Witt, "die Wucht ihrer Schläge nutzen". Simpel kann aber auch heißen, "dass sie mit Wucht auf Ziele spielt, die kürzer entfernt sind". Sie solle sich mehr zutrauen, mehr schwierige Schläge und direkte Punktgewinne suchen.
Doch all diese Pläne gingen diesmal nicht auf. Gegen Putinzewa unterliefen ihr 32 unerzwungene Fehler, nur zwei von zehn Aufschlagspielen brachte sie ins Ziel.

"Ich bin schon zufrieden, dass wir seit sechs Monaten eine relative Stabilität haben", sagt de Witt. Und so darf man das ja wirklich sehen. Petkovic ist relativ stabil.
Andrea Petkovic: Raus beim Lieblingsturnier - Sport - Süddeutsche.de
May 27th, 2016 05:46 AM
Fury
Re: Petko Articles & Interviews

Quote:
Andrea Petkovic: Im Niemandsland

Auch in Paris kann Andrea Petkovic ihre Ergebniskrise nicht überwinden und scheidet frühzeitig aus. Petkovic kam zwar zu Chancen, aber sie konnte einfach nicht nachsetzen.

VON PETRA PHILIPPSEN

Noch bevor der erste Ball geschlagen war, diskutierte Julia Putinzewa bereits aufgeregt mit dem Schiedsrichter. Andrea Petkovic wartete geduldig an der Grundlinie, doch es dauerte einige Minuten, bis das Problem gelöst war. Denn Putinzewas Trainer Roman Kisiljanski hatte keinen Sitzplatz mehr gefunden. Und das kann leicht passieren auf den Außenplätzen in Roland Garros. Dort heißt es: Wer zuerst kommt, ergattert einen der wenigen Sitze auf den kleinen Tribünen. Die Zuspätkommer müssen sich am Zaun die Nasen plattdrücken. Eigentlich gibt es zumindest für den Spieleranhang ein paar reservierte Plätze, aber das ignoriert das französische Publikum stur. Am Ende wurde Kisiljanski ein Platz zugewiesen, zufrieden waren aber weder er noch seine Spielerin damit.

Petkovic hatte wohl gehofft, die kleine Episode würde ihre an Position 60 geführte Gegnerin aus der Ruhe bringen. Doch das Gegenteil passierte: Die 21 Jahre alte Kasachin überrollte Petkovic in dieser zweiten Runde der French Open mit 6:2, 6:2. Und so bleibt der Neuanfang für die deutsche Nummer zwei ein Stotterstart.

Putinzewa nahm Petkovic fünfmal den Aufschlag ab

„Das Positive ist, dass ich mich als bessere Spielerin fühle als im letzten Jahr“, sagte Petkovic und schränkte dann ein: „Aber das Negative ist, dass wir noch nicht die Ergebnisse haben, die wir uns vorstellen.“ Seit dem Winter arbeitet die Darmstädterin nun mit Jan de Witt zusammen, der als Headcoach die Breakpoint-Base im westfälischen Halle leitet. Doch bisher verlief Petkovic' Saison sehr durchwachsen, und Platz 31 der Weltrangliste ist nicht der Anspruch der ehemaligen Top-Ten-Spielerin. Nur ihr Halbfinaleinzug beim Turnier in Doha Ende Februar sticht bisher heraus, seither hatte Petkovic fünfmal ihr Auftaktmatch verloren. Nach dem frühen Aus beim Masters in Rom warf sie zudem ein fiebriger Infekt in der Vorbereitung auf Paris zurück, auf die Wildcard in Nürnberg in der Vorwoche musste sie daher verzichten. Nun blieb es auch in Paris bei nur einem Sieg, nachdem sie die erste Runde gegen die Britin Laura Robson noch souverän mit 6:2 und 6:2 gewonnen hatte.

Ihr Auftritt gegen die resolute und angriffslustige Kasachin wirkte dagegen unsicher und war von 31 leichten Fehlern eingetrübt. Besonders bei ihren Angriffsversuchen am Netz stand Petkovic oft verloren im sogenannten Niemandsland des Feldes und lud Putinzewa geradezu ein, sie nach Belieben rechts oder links zu passieren. Petkovic kam zwar zu Chancen, aber sie konnte einfach nicht nachsetzen. Putinzewa schon, insgesamt nahm sie Petkovic fünfmal den Aufschlag ab. Die Darmstädterin hatte ihre Gegnerin vorab schon ganz richtig eingeschätzt: „Sie ist eine verrückte Nudel auf dem Platz. Sie mag den großen Auftritt. Ich gucke ihr gerne zu.“

Petkovic' neuer Trainer De Witt gilt als Querdenker


Und ein bisschen war Petkovic dann auch zu sehr Zuschauerin in ihrem eigenen Match. Während sich Putinzewa nach jedem Punktgewinn mit Gesten und Geschrei hochpushte, zeigte Petkovic nur nach ihrem Rebreak im zweiten Satz zum 1:5 ein bisschen Feuer. Aber da war es schon zu spät. 2014 hatte sie bei den French Open noch das Halbfinale erreicht, doch von dieser Form ist die inzwischen 28-Jährige ein gutes Stück entfernt.

„Da will ich auch nichts schönreden, das erwarte ich besser von mir“, sagte Petkovic, „ich bin auf einem guten Weg, habe viele Dinge verbessert. Aber ich muss es im Match auch umsetzen.“ De Witt soll dabei helfen. Der gebürtige Bremer gilt als Querdenker in der Szene. Als einer, der sich viel Input aus anderen Sportarten zueigen macht. Besonders in der im Tennis noch wenig verwendeten Videoanalyse. „Da bin ich viel weiter, als die meisten meiner Kollegen“, sagt der 51-Jährige, „es ist ein Detail, das unsere Chancen verbessert.“ Dass sich Petkovic ihren Trainer mit dem Franzosen Gilles Simon teilen muss, ist für sie kein Problem. Sie fühlt sich rundherum wohl. Wenn da nur nicht die Ergebniskrise wäre. Der Tüftelfuchs de Witt ist nun gefordert.
French Open: Andrea Petkovic: Im Niemandsland - Sport - Tagesspiegel
Apr 17th, 2016 05:47 PM
Fury
Re: Petko Articles & Interviews

Doris Henkel:

Sieg in Fed-Cup-Relegation: Ein Ritt auf der Rasierklinge - Mehr Sport - FAZ
Mar 29th, 2016 03:12 PM
Fury
Re: Petko Articles & Interviews

Quote:
Andrea Petkovic: Drei Stunden umsonst geschuftet

Das Turnier in Miami begann für die deutschen Frauen mit einer Enttäuschung: Andrea Petkovic musste sich in ihrem Auftaktmatch geschlagen geben.

SID | 26.03.2016

Andrea Petkovic verließ nach einem weiteren Marathonmatch bitter enttäuscht Court 8 im Crandon Park von Key Biscayne. Insgesamt zehn Punkte hatte die letztjährige Halbfinalistin mehr gemacht als ihre Gegnerin Caroline Garcia - am Ende behielt die Französin beim WTA-Turnier in Miami trotzdem mit 7:6 (7:5), 3:6, 7:6 (7:2) die Oberhand.

Für die an Position 21 gesetzte Petkovic war es die zweite Auftaktniederlage in Folge im amerikanischen Hartplatz-Frühling. In der kalifornischen Wüste von Indian Wells knapp zwei Wochen zuvor hatte sich die 28-Jährige in einer ebenfalls knapp dreistündigen Partie ganz knapp geschlagen geben müssen. Viel früher als erwartet muss "Petko" nun die Chaos-Metropole Miami verlassen, von der sich die vielseitig Interessierte auf so magische Weise angezogen fühlt. Als einzige deutsche Spielerin steht beim mit 6,84 Millionen Dollar dotierten Turnier auf der vorgelagerten Halbinsel Key Biscayne bislang Julia Görges (Bad Oldesloe) in der dritten Runde. Die 27-Jährige besiegte die ehemalige US-Open-Gewinnerin Samantha Stosur (Australien) mit 3:6, 6:1, 6:4.

Petkovic fehlt trotz des Trainerwechsels zu Jan de Witt Ende 2015 und einiger vielversprechender Ansätze momentan die Konstanz. Zumindest emotional fühlt sich die deutsche Nummer zwei stabiler als in der Vergangenheit. "Ich bin auf dem richtigen Weg. Matches wie dieses in Indian Wells zum Beispiel werfen mich nicht aus der Bahn - das war im letzten Jahr anders", sagte sie, die auch wirklich geduldiger wirkt. Doch im Duell mit der Weltranglisten-48. Garcia unterliefen "Petko" bei schwülwarmen Bedingungen zehn Doppelfehler, sie konnte nur sechs von 14 Breakchancen nutzen. Kein Wunder, dass die Hessin einmal den Schläger wutentbrannt auf den Boden schleuderte. Gegen die 22-jährige Französin hatte Petkovic bereits im Februar das Viertelfinale in Dubai verloren. Um kurz darauf beim Hartplatz-Turnier in Doha mit starken Leistungen und Siegen die Hoffnungen auf eine starke Saison zu wecken. Das Halbfinale in Katar gegen die Lettin Jelena Ostapenko hatte sie dann allerdings wegen einer Oberschenkelblessur aufgeben müssen.
Andrea Petkovic: Drei Stunden umsonst geschuftet | Südwest Presse Online
Mar 14th, 2016 07:52 AM
Fury
Re: Petko Articles & Interviews

Doris Henkel:
Quote:
Andrea Petkovic wirkte nach ihrer Niederlage gegen Barbora Strycova (7:5, 4:6, 5:7) nicht verunsichert. Sie wusste, dass sie eine gute Chance gehabt hatte, dieses Spiel unter höchst unterschiedlichen Bedingungen zu gewinnen; es hatte bei Sonnenschein begonnen und war nach einem Regenschauer bei Wind und Dunkelheit zu Ende gegangen. Es sei „dumm gelaufen“, meinte sie hinterher. „Eine harte erste Runde mit Auf und Ab. Aber Matches wie dieses werfen mich nicht aus der Bahn; das kann ich so einordnen, abhaken und weitermachen.“

Die Verletzung im linken Oberschenkel, die sie sich in Doha im Halbfinale zugezogen hatte, hatte sich danach doch ein wenig komplizierter als gedacht herausgestellt. Deshalb war sie später als geplant in Indian Wells gelandet, mit weniger Trainingstagen in den Beinen. Und deshalb wird sie sich zeitig auf den Weg nach Miami machen, um dort mit ihrem Fitnesscoach noch ein paar Einheiten einzubauen.
https://www.ovb-online.de/sport/kerb...a-6207375.html
Feb 27th, 2016 10:58 AM
canton
Re: Petko Articles & Interviews

Quote:
Originally Posted by Fury View Post
...Im Hotelzimmer musste sich Petkovic übergeben - vor dem Computer sitzend...
The way it's written and without any explanation it sounds as if puking from time to time seems to be nothing unusual for Petko.
Feb 26th, 2016 05:22 PM
Fury
Re: Petko Articles & Interviews

Quote:
Doha - Diese kleinen Schusseligkeiten sind geblieben bei Andrea Petkovic. In Doha donnerte sich die Darmstädterin beim Aufschlagtraining das Racket gegen ihr Knie. Mal wieder. Wochen zuvor hatte ihr Laptop den Geist aufgegeben. Im Hotelzimmer musste sich Petkovic übergeben - vor dem Computer sitzend. "Das Teil dann unter der Dusche reinigen zu wollen, war vielleicht nicht die beste Idee", erzählte die 28-Jährige dem SID schmunzelnd beim WTA-Turnier in Katar.

Petkovic kann inzwischen wieder über sich selbst lachen. Auf dem Court strahlt sie viel Ruhe aus - scheint im Reinen mit sich und der Welt: "Ich spüre einfach, dass ich auf dem richtigen Weg bin." Das war Ende 2015 noch ganz anders, da hatte sie mit depressiven Verstimmungen zu kämpfen und stellte sogar die Fortsetzung ihrer Karriere in Frage.

Petkovic is back: "Ich bin emotional wieder in einer guten Verfassung"

Doch was unterscheidet die aktuelle Petko von der im November 2015? "Ich bin emotional wieder in einer guten Verfassung", erklärte die Nummer 27 des WTA-Rankings, die den Spaß am Tennis wiedergefunden hat: "Außerdem gibt mir meine Fitness Selbstvertrauen."

So wie beim 6:1, 5:7, 6:2 im Viertelfinale gegen die an Nummer vier gesetzte Wimbledon-Finalistin Garbiñe Muguruza (Spanien). Beim ersten Sieg im Duell mit einer Top-5-Spielerin seit September 2013 ließ sich Petkovic auch vom Verlust des zweiten Satzes nicht beirren: "Ich wusste, dass ich noch Stunden weiterspielen kann, wenn es sein muss."

Trainerwechsel macht den Unterschied

Der Wechsel zu Trainer Jan de Witt und dessen Crew scheint sich auszuzahlen. "Sie geben mir einen guten Matchplan an die Hand, dem ich absolut vertraue. So kann ich auf und neben dem Court wichtige Energie sparen", berichtete Petkovic über die Strategie. Ihre dreiwöchige Vorbereitung im Dezember hatte die Fed-Cup-Spielerin bei de Witt in der Breakpoint-Base in Halle/Westfalen absolviert. Vor allen Dingen der Aufschlag ist sicherer und druckvoller geworden.

Die Zusammenarbeit mit dem Trainer des Weltranglisten-19. Gilles Simon eröffnet ihr ganz neue Perspektiven - vor allem in punkto geschlechtsspezifischer Selbsteinschätzung. "Wir Mädels hadern auch nach Siegen oft mit unserer Leistung. Die Jungs dagegen sehen bei sich viel mehr das Positive", berichtete Petkovic, die sich im ostwestfälischen Trainingslager auch mit dem introvertierten Simon austauschte. Und der Franzose scheint sich auch von der extrovertierten Hessin einiges abgeschaut zu haben: "Seitdem gibt er sich öfter mal die Faust auf dem Platz."

Petkovic mit Trainer im ständigen Austausch

Selbst die Tatsache, dass de Witt wegen seines Jobs bei Simon nicht immer mit Petkovic auf Tour gehen kann, wirkt sich nicht negativ aus. In Doha ist Coach Simon Goffin aus dem de-Witt-Team dabei. Der Belgier ist der Bruder des Weltranglisten-16. David Goffin. In Katar absolviert Petkovic auch immer wieder Fitness-Einheiten mit Physiotherapeut Dennis Beckermann, der sich mit Petra Winzenhöller abwechselt.

Petkovic, einst die Nummer neun der Welt, steht in ständigem Kontakt mit de Witt. "Jan ist ein unglaublich guter E-Mail-Schreiber." Schade nur, dass sie die schriftlichen Botschaften seit ein paar Wochen nicht mehr auf ihrem Lieblings-Laptop lesen kann. Einmal Schussel - immer Schussel.
Halbfinale in Doha: Andrea Petkovic ist wieder da
Feb 26th, 2016 06:29 AM
Fury
Re: Petko Articles & Interviews

Quote:
Selbst ein Missgeschick hat Andrea Petkovic nicht von ihrem ersten Halbfinal-Einzug seit knapp elf Monaten abhalten können. Wenige Stunden vor ihrem 6:1, 5:7, 6:2 beim WTA-Turnier in Doha gegen die an Position vier gesetzte Favoritin Garbine Muguruza (Spanien) hatte sich die deutsche Nummer eins beim Training unglücklich mit dem Schläger ans Knie gehauen.

Die Schramme störte letztlich aber nicht: Dank einer bärenstarken Leistung darf Petkovic von ihrem siebten Einzel-Titel auf der Tour träumen. Die Weltranglisten-27. unterstrich auch gegen Wimbledon-Finalistin Muguruza ihre bestechende Form. "Das ist ein ganz spezieller Sieg für mich. Ich sehe, dass ich auf dem richtigen Weg bin", sagte Petkovic nach ihrem ersten Triumph über eine Top-5-Spielerin seit September 2013.

Nach 2:21 Stunden verwandelte sie auf dem Centre Court des Khalifa Tennis Complexes ihren zweiten Matchball und reckte erleichtert die Siegerfaust in den Abendhimmel. In ihrem ersten Halbfinale seit Charleston/USA im April 2015 trifft Petkovic am Freitag auf die ebenfalls ungesetzte Jelena Ostapenko (WTA-Nr. 88). Der Teenager aus Lettland setzte sich mit 6:4, 6:3 gegen Kerber-Bezwingerin Saisai Zheng (China) durch. "Jelena habe ich schon länger auf dem Radar. Sie ist eine gefährliche Gegnerin", warnte Petkovic vor der 18-jährigen Ostapenko.

Auch vom erneut böigen Wind ließ sich Petkovic, die am Ende des vergangenen Jahres in einer tiefen persönlichen und sportlichen Krise gesteckt hatte, im Duell mit Muguruza nicht beirren. Die Darmstädterin wirkte hochkonzentriert und konnte sich auf ihren stark verbesserten Aufschlag verlassen.

Petkovic profitiert von Fehlern

Besonders bei den langen Grundlinienduellen behielt die 28-Jährige, die seit dieser Saison mit Trainer Jan de Witt arbeitet, häufig die Oberhand. Gleich zweimal nahm Petkovic im ersten Durchgang Muguruza den Aufschlag ab und profitierte bei ihrem zweiten Satzball von einem Fehler der Spanierin, die sich danach wegen einer Oberschenkelverletzung bandagieren ließ. Fast hatte es den Anschein, als wolle die Nummer fünf der Welt aufgeben.

Doch wie verwandelt trumpfte die immer wieder ans Netz vorrückende Muguruza (22) danach auf und holte sich den zweiten Durchgang. Im entscheidenden Satz gelangen Petkovic aber zwei vorentscheidende Breaks zum zwischenzeitlichen 4:1. Nicht zuletzt, weil sie in den Schlüsselmomenten bei ihrer aggressiven Linie blieb. Ihren letzten Titel hatte die Fed-Cup-Spielerin im Februar 2015 in Antwerpen gewonnen.
sid

http://www.sportal.de/andrea-petkovi...22559347600000
Feb 25th, 2016 08:07 AM
Fury
Re: Petko Articles & Interviews

Doesn't sound bad:
Quote:
Andrea Petkovic hat ihre gute Form bestätigt und steht zum zweiten Mal in Folge im Viertelfinale des WTA-Turniers in Doha. Die 28-Jährige aus Darmstadt besiegte Coco Vandeweghe (USA) nach einer souveränen Vorstellung mit 6:3, 6:4.

Die Weltranglisten-27. Petkovic trotzte auf Court 1 dem böigen Wind und verwandelte nach 1:33 Stunden ihren ersten Matchball. "Es gelingt mir immer besser, die Trainingsleistungen in die Spiele zu transportieren", sagte sie zufrieden.
Im Spiel um den Sprung ins Halbfinale trifft die deutsche Nummer zwei am Donnerstag auf die an Position vier gesetzte Garbiñe Muguruza. Die bisherigen beiden Duelle mit der Spanierin hat Petkovic gewonnen. Vor Doha hatte sie in dieser Saison bereits in Dubai in der vergangenen Woche und in Brisbane im Januar das Viertelfinale erreicht.
Gegen die 1,85 Meter große Vandeweghe agierte Petkovic sicher und geduldig von der Grundlinie. Ihren fünften Satzball verwandelte sie mit einem Aufschlagwinner. Das entscheidende Break gelang Petkovic im zweiten Durchgang zum 5:4.
http://www.spox.com/de/sport/mehrspo...andeweghe.html
Feb 17th, 2016 07:11 PM
Fury
Re: Petko Articles & Interviews

Allmeroth:

Quote:
Petkovic lässt bisher in dem Golf-Emirat ihren eher bescheidenen Auftritt beim Fed-Cup-Drama gegen die Schweiz vergessen: Auch gegen Jankovic spielte die Südhessin strukturiert und konzentriert, nichts in ihren Aktionen wirkte überhastet oder hektisch. Auch einige kritische Situationen in der Partie meisterte Petkovic mit erstaunlicher Gelassenheit, überhaupt ist zu erkennen, dass die Nationalspielerin in der neuen Ära ihrer Zusammenarbeit mit Jan de Witt und dem Haller Breakpoint-Team alles in allem mental stabiler erscheint – und sich nur konstruktiv mit dem eigenen Spiel auseinandersetzt. Die ewigen Selbstgespräche und emotionalen Ausbrüche, die Petkovics Abwärtstrend in der vergangenen Saison flankierten, sind jedenfalls für den Augenblick Geschichte.
http://de.tennisnet.com/a/wta-dubai-...elfinale-66321
Feb 17th, 2016 04:24 PM
canton
Re: Petko Articles & Interviews

Hahaha, I would have missed something without Petko's annual "Never-mind-about-my-latest-crisis-I-am-grown-up-now-This-will-be-my-best-season" speech.
Feb 16th, 2016 06:39 PM
Schnffy
Re: Petko Articles & Interviews

DUBAI DUTY FREE TENNIS CHAMPIONSHIPS

February 15, 2016

Andrea Petkovic

Dubai, United Arab Emirates

A. PETKOVIC/C. Giorgi

6-2, 6-1

THE MODERATOR: Questions, please.

Q. That was a welcomed win for you, wasn't it?
ANDREA PETKOVIC: Yeah, I was very happy with the way I played. I usually loathe playing her (smiling). I don't have the greatest head-to-head against her, and I just struggle with or used to struggle with these unpredictable players. I have worked on a lot in the offseason and I have been playing really well in the past couple of months in practice. I just wasn't able to transfer it into the matches. I think today was one of the first matches where everything came together, and what I really feel like is I'm getting back to the level that I had in 2011.

Q. You said you worked hard at the end of last season. At the end of last season you went through what we might term a midcareer crisis?
ANDREA PETKOVIC: A midlife crisis (smiling), yeah.

Q. Are you over that?
ANDREA PETKOVIC: I am over that. I'm definitely over, and I'm so thrilled that I made the decision to keep playing. I was just -- just a midlife crisis. I think now that I look back, I feel -- maybe "ashamed" is too harsh of a word, because I'm so happy with my life right now. I really -- I can't understand what I have been going through now because it's been -- it has been in the past, but at that moment apparently I was just not very happy with my performances on court and off court. A lot of things in my private life coming together, so now I'm just heading in the right direction again. I think maybe that crisis actually made me work harder in the offseason because I really wanted sort of to make up for the lost time.

Q. It sounded at the time you felt you were wasting your time playing tennis, that there were better things to do with your life?
ANDREA PETKOVIC: Uh-huh. Well, I think it's just a thing of growing up. I tried to evaluate it in that way. I think it's just a thing of growing up. When you're 20, 21, 22, you just feel like all the doors are still open. You can still be a surgeon, you can still be a lawyer, you can still be an actress, you can be whatever you wish. Once you get older, I'm 28 now, you feel -- I think you realize that certain doors are closing, and there are certain paths in life that you can't go back to. One of these things was maybe a normal student life for me or things that I would like to study that I would like to know more about. And I think all these things combined just led to a midlife crisis, but I'm glad I'm over it because I'm very happy with everything I have. I know I'm very blessed. I'm just so grateful that I'm able to lead this life that I'm leading.

Q. What did you do to get through it? What do you think made the difference? Was it conversations with people or just talking to yourself, or...
ANDREA PETKOVIC: Yeah, I think just being to the people that are closest to me that know me the best and just talking through it, and then having a lot of conversation with people that are older and that have gone through the same things. I also read a lot of biographies especially about people that were struggling around 27, 28, and watching a lot of biopics and movies. I could just identify myself with a lot of these people, and I think that helped me to get through it and to just see it really as a crisis and not as a matter of questioning my whole path that I chose in playing tennis, because I did choose it myself. It wasn't forced upon me. I think that was just a thing for me to realize and to recognize it as what it was, a crisis, and not, as I said, a questioning of why I'm here.

Q. Any individuals in particular that you can share that perhaps you said you could relate to?
ANDREA PETKOVIC: Well, I mentioned it in German TV already and they looked at me like a bus. Actually Jimmy Page from Led Zeppelin, he actually quit playing guitar when he was 28 exactly for a year before he came back and became a huge star, obviously. For me, that was maybe not the thing that I could identify most with but that made me realize most that it was just a crisis, because if you don't want to be a rock star, what else in life do you want to be? So I figured if he's going through a crisis, it's okay for me to go through a crisis as a tennis player (smiling).

Q. Do you feel there was a danger that you would look back and maybe feel regret?
ANDREA PETKOVIC: I felt like that in the end of last year and I think that's what got me into this misery that I put myself into. Now I realize that it was just myself and nobody else. But now I don't feel like it anymore, because I just realize how much I love tennis and how much I love being on tour and playing and getting in shape and the competition, and everything was just a drag last year. So that has led me to all these questions last year.

Q. Moving forward, is there perhaps more thought from you that you will try to do more alongside tennis or would you prefer to, no, let's keep it just tennis now and then maybe later...
ANDREA PETKOVIC: Well, what has helped me also is that I'm just preparing a few things for after my career, you know. I get really excited about them, and I always have my notepad with me. When I have ideas, I scribble them down. I'm just trying to be more creative and do stuff off court, as well, especially with my ideas and my brain and not just think about and groom about tennis all day long. So, yeah, I think that has helped me. And also, you know, sometimes when you're in such a down, you appreciate much more of what you have now. So now that I'm back and in shape again and playing well, I have nothing to regret and nothing to pity myself anymore.

Q. What stuff? You said you write stuff down.
ANDREA PETKOVIC: Oh, it's very original. I cannot talk about it now. Some people might steal my ideas. (Laughter.)

Q. You said there were options for you and at the end of the year and now. You didn't mention politics. A couple years ago you said you liked politics. Is that gone?
ANDREA PETKOVIC: I think that was before I actually knew who I was and before I realized that I'm not a diplomatic person at all. Then I figured, well, Andrea, if you're not diplomatic, maybe politics isn't the right path for you. I wouldn't last for more than a year in Germany, and I don't believe I would make it anywhere else (smiling).

Q. Just to go to the boring stuff for a second, your next round is either against Bencic or JJ. So how do you look ahead to that? And also Bencic is in the top 10 for the first time. Talk about that.
ANDREA PETKOVIC: We played Belinda in Fed Cup. She did a tremendous job. She really played so well the whole weekend. She really won all three ties more or less. I mean, with Martina, obviously it was a great matchup for doubles. She played so well against me and played so well against Angie, and Angie was on a tremendous run before that. It was just very impressive with how cool she was just being 18 years old, so she really deserves a place in top 10. I'm excited if I play her to play her here because we played on a super fast court in Leipzig, which is not my favorite one. So here it's quite quick, as well, but you can put a little spin, you can change up the paces. So I would like to see how it goes here. And JJ, you know, we are old friends. We've known each other very well. We actually practiced here on center court a few days back. We will see how that goes.

Q. I haven't spoken to you since Angie won.
ANDREA PETKOVIC: That's true.

Q. So what was your reaction? You were one of the people I thought of, like, I'm wondering what Andrea is thinking.
ANDREA PETKOVIC: I almost died. It was so stressful. My sister, we watched it together at my house. In the beginning we were super relaxed. I had such a good feeling she was gonna win. I saw Serena, and you can tell early on in a match with Serena if she's on fire or struggling. I saw Angie's face because I know her so well, so I knew she was in her zone. I had such a good feeling. Then in the third set, everything got really -- well, just very exciting. When it was 5-4 and Angie -- was she serving? Serena was serving. It was 5-4. And my sister was like, If it's 5-All, I'm turning off the TV. I'm like, What? Are you crazy? We are fighting about turning on or off the TV. And as I looked back, she won. We were so happy. It was just tears of joy and we were -- I mean, both of us. We were just so happy, my sister and me, and especially me. I have known Angie for so long and I have been there through the tough times when she didn't believe she could win anything else and anything big. A lot of doubters obviously in Germany. With Steffi and Boris in our country it's difficult to satisfy the crowd. And so it was just a special, very special moment I think for all of us, for all of German tennis, and especially for Angie, and then our friendship. So it's also, on that part, it was just very special. Just so happy for her.

FastScripts Transcript by ASAP Sports
Feb 9th, 2016 06:46 AM
Fury
Re: Petko Articles & Interviews

Quote:
Von Udo Döring
LEIPZIG - Seitenwechsel. Aus den Boxen dröhnt "Come on erverybody". Die Zuschauer stehen, klatschen, trampeln. Vier Ballwechsel später jubelt nur noch der Block mit den Fans in Rot und dem weißen Kreuz auf der Brust. Verzückt von einem Duo, in dem die eine Spielerin auf die Welt kam, als die andere gerade drei Grand-Slam-Turniere in einem Jahr gewonnen hatte: die an diesem Wochenende überragende Belinda Bencic und Martina Hingis, Führende der Doppel-Weltrangliste.

Dem rot-weißen Jubel stand schwarz-rot-goldene Traurigkeit gegenüber. Andrea Petkovic klatschte sich mit ihrer Doppelpartnerin Ana-Lena Grönefeld ab, gratulierte jedem im Schweizer Team und umarmte ganz lang jeden in der eigenen Mannschaft. Anders als nach der Niederlage im Auftakteinzel gegen Bencic wirkte die Darmstädterin aber sehr gefasst nach dem glücklosen Unterfangen, gegen ein Weltklasse-Doppel den dritten Punkt zu holen.

"Ich war ja quasi die letzte Hoffnung für die Aufstellung", sagte Petkovic lächelnd und ergänzte, dass sie zu wenig Erfahrung und Matchpraxis im Doppel habe. Was ihr zu Beginn nicht anzumerken war. Vor allem ihren Schlägen war es zu verdanken, dass das deutsche Duo mit 3:1 in Führung ging. Doch dann kamen die Schweizerinnen besser ins Spiel, und es stieg die Fehlerquote bei den Deutschen - vor allem bei Ana-Lena Grönefeld, die als Doppelspezialistin gesetzt war für das entscheidende Match, der Teamchefin Barbara Rittner aber attestierten musste: "Sie hatte nicht ihren besten Tag".

Am Vortag war es Andrea Petkovic noch leicht anzusehen, wie sehr ihr der sieglose Start in das Fedcup-Wochenende zugesetzt hatte. "Ich habe sehr gut angefangen. Aber dann ist mir das Match so ein bisschen aus der Hand geglitten", sagte die 28-Jährige in der Pressekonferenz mit einem Blick, der zuvor von vielen Tränen getrübt worden war. Gegen Bencic führte sie schnell mit 2:0. Doch dann folgte ein Bruch, nach dem vor allem ihre Fehlerquote mit der Vorhand stark anstieg. "Am Ende des ersten Satzes bin ich wieder besser ins Spiel gekommen. In den entscheidenden Situationen hat sie aber einfach besser gespielt als ich", bilanzierte Petkovic schließlich das 3:6, 4:6 nach 1:25 Stunden.

Danach brachte sie selbst die Wahrscheinlichkeit ins Spiel, kein weiteres Einzel zu spielen. "Wichtig ist nur, dass die Mannschaft gewinnt. Ob ich spiele oder nicht, ist zweitrangig". Die Teamchefin schloss sich an und stellte Annika Beck für das vierte Einzel auf. Die Bonnerin glich tatsächlich mit dem Sieg über Timea Basczyinski aus. Zuvor hatte Angelique Kerber gegen Bencic verloren, nachdem sie am Samstag den ersten Punkt geholt hatte. Die Australian-Open-Siegerin herzte Petkovic lange nach der Niederlage im Doppel. "Wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können", hatte Kerber am Vortag gesagt, nachdem die Hoffnung ihrer Freundin auf einen Erfolg im Fedcup geplatzt war. Die Kielerin gab der Darmstädterin aber mit: "Andrea wird wieder gewinnen. Davon bin ich überzeugt."
http://www.echo-online.de/sport/nati...l_16623525.htm
Feb 4th, 2016 06:24 PM
Fury
Re: Petko Articles & Interviews

Quote:
Für die flotten Sprüche im Lager der deutschen Tennis-Frauen ist noch immer Andrea Petkovic zuständig, daran hat auch Angelique Kerbers Grand-Slam-Triumph nichts geändert. Im Windschatten des Erfolges ihrer Teamkollegin will sie nun auch sportlich wieder überzeugen und an bessere Zeiten anknüpfen. Beim Fed Cup in Leipzig soll der Startschuss erfolgen.
"Die Rechnung für die Maniküre haben wir Angie schon geschickt", scherzte Petkovic in Anspielung auf die nervenaufreibende Schlussphase des Melbourne-Finals, die sie nägelkauend mit ihrer Schwester im heimischen Wohnzimmer verfolgte. Die Aufmerksamkeit der Journalisten wenige Tage vor der Fed-Cup-Partie in Leipzig gegen die Schweiz war ihr damit gewiss. Auch Kerber konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und sah sich prompt mit der Frage konfrontiert, ob sie denn neidisch auf die Entertainment-Qualitäten ihrer langjährigen Weggefährtin sei. "Ach nein", antwortete Kerber, "das ist halt die Petko. Wir kennen uns jetzt schon so lange. Neid ist zwischen uns nie da gewesen.

"Gönne Angie ihren Erfolg"

Deshalb hat auch Petkovic kein Problem damit, von ihrer Freundin sportlich in den Schatten gestellt zu werden. "Natürlich würde ich gerne mit Angie tauschen", immerhin habe die sich gerade ihren Traum vom Majorsieg erfüllt, sagte Petkovic ohne einen Anflug von Theatralik oder Pathos: "Ich gönne Angie ihren Erfolg von ganzem Herzen."

Die extrovertierte Petkovic war einst selbst dazu auserkoren, die Nachfolge der Tennis-Ikone Steffi Graf anzutreten. Im Jahr 2011 stand sie in drei Grand-Slam-Viertelfinals und schaffte den Einzug unter die Top 10. Sie war die Frontfrau des deutschen Fräuleinwunders, strebsam, fokussiert und dazu immer unterhaltsam. Nach vielen Höhepunkten und noch mehr Tiefschlägen ist sie derzeit jedoch weit von ihren eigenen Ansprüchen entfernt.

"Spaß am Tennis wieder da"

Zum Ende der vergangenen Saison offenbarte Petkovic in einem Interview ihre gefährlich labile Stimmung. Auch der Auftakt des Tennisjahres 2016 ging mit der Erstrundenpleite bei den Australien Open gehörig schief. Und dennoch sagt die deutsche Nummer zwei: "Ich bin auf einem sehr guten Weg. Die Freude und der Spaß am Tennis sind wieder da."

Kerbers Erfolg sei Motivation genug, "um noch härter zu arbeiten", sagte Petkovic: "Sie hat mich total inspiriert, weil ich auch in ihren schwierigen Zeiten dabei war." Petkovic ist es unter anderem zu verdanken, dass Kerber ihre Karriere nach elf Erstrundenniederlagen im Jahr 2011 fortsetzte, sie holte ihre Fed-Cup-Kollegin in die Offenbacher Tennis-Akademie und stachelte die oft schüchterne Kerber an, wieder an sich selbst zu glauben. Selbstvertrauen als Schlüssel zum Erfolg Im Selbstvertrauen, darin sind sich Petkovic und Kerber einig, liegt auf der Tennis-Tour der Schlüssel zum Erfolg. Jeder Sieg hilft, ganz besonders, wenn er im Mannschaftskreis gefeiert werden kann. "Ich habe im Fed Cup schon oft gute Leistungen abgerufen und konnte sie danach übertragen", sagte Petkovic. Vor genau einem Jahr gewann sie nach einem katastrophalen Jahresauftakt gegen Australien zwei hartumkämpfte Einzel und triumphierte anschließend beim Turnier in Antwerpen. "Ich glaube fest daran, dass mir der Fed Cup einen Schub verleihen kann", meinte Petkovic, "und ich glaube an mich selbst, weil ich gut Tennis spiele". Bereits in Leipzig gilt es, den Worten auf dem Court Taten folgen zu lassen.
Andrea Petkovic will beim Fed Cup zurück zu alter Klasse - Fed-Cup 2014 - Tennis - Eurosport Deutschland
Jan 16th, 2016 09:54 AM
Fury
Re: Petko Articles & Interviews

Quote:
Melbourne (dpa) - Andrea Petkovic lacht viel, als sie sich auf Court 18 im Melbourne Park mit ihrem Sparringspartner die Bälle wechsselt. Dass die Darmstädterin gute Laune hat, ist keine Seltenheit. Doch positive Stimmung und Australien - das passte bei Petkovic überwiegend nicht zusammen.

Sportlich lief es für die 28-Jährige Down Under meist schlecht, in den vergangenen beiden Jahren flog sie bei den Australian Open jeweils in der ersten Runde raus. Die beiden Jahre davor hatte sie es wegen Verletzungen gar nicht erst bis nach Melbourne geschafft.

Auch dieses Mal hing ihre Reise auf den fünften Kontinent in der Schwebe. Gegen Ende des vergangenen Jahres war Petkovic in ein tiefes Loch gefallen, "depressive Verstimmungen" räumte sie im Nachhinein ein. Über ihren kleinen Nervenzusammenbruch in China Ende November ist viel geredet und geschrieben worden. Nun soll gerade in Australien der Neustart gelingen.

"Ich fühle mich gut, bin mit neuem Team und neuem Elan hier", sagte Petkovic am Samstag nach ihrer Trainingseinheit im nach einigen kalten Tagen wieder wärmer werdenden Melbourne. "Wir haben an einigen Dingen gearbeitet und bislang klappt die Umsetzung sehr gut", sagte Petkovic, die beim Jahresauftakt in Brisbane immerhin zwei Matches gewann.

Druckvoller und aggressiver will sie fortan spielen, dabei helfen soll auch ein verbesserter Aufschlag. Mehr Schwung holt sie nun, das Tempo ihres Services geht dadurch deutlich nach oben. In ihrem ersten Spiel des Jahres in Brisbane war sie selbst so erstaunt, dass die Anzeige in der Ecke des Platzes plötzlich 170 Stundenkilometer anzeigte, dass sie völlig vergaß, den Ballwechsel weiterzuspielen. "Ich habe nur auf die Anzeige geglotzt und lag plötzlich 0:40 hinten", sagte Petkovic lachend.

Wie weit sie die Zusammenarbeit mit ihrem neuen Coach Jan de Witt schon in Melbourne trägt, weiß die Fed-Cup-Spielerin selbst nicht. "Ich habe mir kein besonderes Ziel gesetzt. Ich freue mich einfach, dass ich hier bin", sagte die deutsche Nummer zwei. Neben de Witt beobachtet auch ihr Vater Zoran den Neuanfang seiner Tochter genau. Für Petkovic ganz besonders wichtig. "Ich mag es einfach, wenn ich Teile meiner Familie um mich habe. Das entspannt mich", sagte sie.

In ihrem ersten Match trifft Petkovic am Montag im vierten Spiel auf Court 6 auf Jelisaweta Kulitschkowa aus Russland. "Viel weiß ich noch nicht über sie, aber das ist auch egal", sagte Petkovic. Wichtiger ist, wie sie sich fühlt im Trott der großen Tennis-Tour, der ihr zuletzt so zugesetzt hat. Bislang scheint es gut zu laufen. Wer Petkovic in diesen Tagen in Melbourne beobachtet, der kann ihr nur zustimmen, wenn sie sagt: "Ich denke, ich bin auf einem guten Weg."
http://www.t-online.de/sport/tennis/...-neustart.html
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