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View Full Version : schnyder, MGM, casanova, gagliardi: swiss women's tennis post hingis (article)


Beat
Mar 24th, 2003, 08:46 PM
i'm sorry, i'm just a little bit too lazy to translate this, but it might be very interesting and insightful for everyone who understands (it's from swiss newspaper NZZ):


Schweizer Tennis-Damen*nicht in*positiven Schlagzeilen

In Key Biscayne nicht mehr vertreten

Nach Emmanuelle Gagliardis Niederlage gegen Venus Williams (3:6, 2:6) haben*sich an den Tennis Players Championships in Key Biscayne zu Beginn der zweiten Turnierwoche keine Schweizerinnen mehr im Turnier befunden.

(si) Eigentlich wären die Voraussetzungen für Erfolge auch in der ersten Saison ohne Martina Hingis günstig. Vier Spielerinnen halten sich im WTA-Ranking unter den Top 100; und zumindest Patty Schnyder,*Marie-Gaïané Mikaelian*und Myriam Casanova*haben die besten Jahre noch vor sich. Das erste Quartal der 2003-Saison haben die Schweizerinnen aber verschlafen oder sonst irgendwie verkorkst.

Zum Beispiel Patty Schnyder (WTA 13): Ihr Saisonstart verlief mit dem Halbfinal von Brisbane und dem Viertelfinal in Antwerpen positiv. Für die grossen USA-Turniere disponierte die Baselbieterin jedoch eigenartig, um nicht zu schreiben unprofessionell. In Indian Wells hatte sie womöglich die Koffer schon vor der Startniederlage gegen Angelique Widjaja gepackt. In Key Biscayne fehlte Schnyder unentschuldigt. Das überrascht, zumal sie an diesen Tier-I-Events mit jeweils 96 Teilnehmerinnen selbst ohne Exploit 160 WTA-Punkte hätte erobern*können. Ende April fallen Schnyder in Charleston (2002 im Final) 389 Weltranglistenpunkte aus der Wertung. Es droht der Verlust des Top-20-Status.

Zum Beispiel Marie-Gaïané Mikaelian (WTA 36): Sie begann die Saison mit der Finalqualifikation in Brisbane, brach sich danach aber eine Rippe und gewann deswegen kein Einzel mehr. Die Rückkehr auf die Tour in Key Biscayne erfolgte möglicherweise zu früh; es droht nochmals eine Pause. Mikaelian hat zehn Kilo abgespeckt und wirkt so austrainiert*wie noch nie. Aber auch sie muss in den nächsten Wochen und Monaten zufrieden sein, wenn sie ihr Ranking halten kann.

Zum Beispiel Myriam Casanova (WTA 46): Die Newcomerin des letzten Jahres hat diese Saison erst zwei Einzel gewonnen und kämpft trotz grossen*Anstrengungen und Diät mit Gewichtsproblemen. Immerhin haben die Casanovas jetzt herausgefunden, dass Myriam allergisch auf Eierspeisen sei. Sie fehlte in Miami, weil sie bis am 12. April in Arizona in einem Camp ein Aufbautraining absolviert.*Die Zusammenarbeit mit Melanie Molitor ist vorerst sistiert ( :eek: ). Myriam Casanova hat in den nächsten vier Monaten die Hälfte ihres Portefeuille an WTA-Punkten zu verteidigen.

Zum Beispiel Emmanuelle Gagliardi (ATP 86): Sie war Anfang Saison noch die Nummer 61 der Welt und hat seither 25 Positionen eingebüsst. Immerhin trägt die Zusammenarbeit mit Eric van Harpen (seit dieser Saison) jetzt Früchte. In Indian Wells und Miami hat sie gegen besser klassierte Gegnerinnen fünf Runden überstanden. Mit 28 will es Gagliardi jetzt endlich wissen und strebt diese Saison eine Klassierung um Position 30 herum an.

Fed-Cup-Turnier gefährdet

In einem Monat sollte die Schweiz in der 2. Division zu einem Fed-Cup-Turnier mit 17 Verbänden*in der Türkei antreten. Das Turnier ist wegen des Kriegs im Irak gefährdet, aber noch nicht abgesagt. Nicht nur wegen der Wirren*beschleicht einen aus Schweizer Optik ein ungutes Gefühl. Und Teamchef Zoltan Kuharszky ist während seines kurzen Florida-Abstechers in der Vorbereitung nicht weitergekommen. Er flog nach Miami und musste vor Ort mit Erstaunen feststellen, dass Schnyder und Casanova nicht angereist waren. Kuharszky: «Patty Schnyder hat sich noch nicht entschlossen, ob sie den Fed-Cup spielt oder nicht. Dass sie in Miami nicht spielte, war für mich unverständlich. Sicher ist bisher*einzig, dass*Gagliardi spielen wird.»

Der leidige «Fall Mikaelian»

Völlig zerfahren ist bezüglich Nationalmannschafts-Einsätzen die Situation um Marie-Gaïané Mikaelian. Die Waadtländerin betonte in Miami, dass ihre Abwanderungsgedanken nicht weiterverfolgt werden und von Medien aufgebauscht worden seien, dass sie gerne für die Schweiz spielen würde, dass aber erst die hängigen (finanziellen) Differenzen zwischen der Familie und dem Verband bereinigt werden müssen. Das jedoch ist praktisch unmöglich, da es die Kommunikation zwischen den Parteien kaum mehr gibt. Auch Kuharszky*sind die Hände gebunden, denn «mit Mikaelians diskutiert der Zentralvorstand direkt. Ich erhalte nur*die Briefkopien.»

Die Mikaelians, bei denen der Vater den Kurs angibt, wünschen sich von Swiss Tennis für Marie-Gaïané einen Ausbildungs-Support in jenem Rahmen, in dem auch Myriam Casanova oder Patty Schnyder vom Verband profitierten (rund 50'000 Franken pro Jahr). Swiss Tennis bot bisher*aber nur*symbolische 10'000 Franken an.