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View Full Version : Interview with Petra Russegger and Nicole Remis (in german)


Xian
Dec 5th, 2005, 08:45 PM
from tennisweb.at

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http://www.tennisweb.at/img/misc/transparent.gifPetra Russegger: "Ich fühle mich wie neugeboren"
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Jahresbilanzen 2005 - Teil 5: Petra Russegger ist nach einer Saison voller Ungewissheit wieder fit und hat "das sportlich Tollste meiner Karriere" erlebt.
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http://www.tennisweb.at/img/misc/transparent.gifhttp://www.tennisweb.at/img/misc/transparent.gifWegen einer Zyste im Unterkiefer konntest du seit September kein Match mehr bestreiten. Wie geht’s dir derzeit?
Ich fühle mich wie neugeboren. Ich wurde Anfang Oktober operiert und habe letzte Woche erstmals wieder Tennis gespielt. Endlich bin ich wieder gesund.

Und davor? Konntest du dich irgendwie fit halten?
Nein, ich konnte nach der Operation gar nichts machen. Nicht einmal laufen gehen.

Du warst ja das ganze Jahr über schon gehandicapt.
Ich hab schon seit längerem gemerkt, dass mit mir etwas nicht stimmt, wusste aber nicht was es ist. Ich war immer müde, oft erkältet und kränklich. Und Ende August kam zu all dem noch Zahnweh dazu.

Und dadurch wurde klar, was der Grund ist?
Ich war während des Jahres oft beim Arzt, hab Blutspiegelungen gemacht, aber es konnte nie geklärt werden, was ich habe. Als ich dann beim Zahnarzt war, hat der die Zyste gefunden.

Wie hast du die Zeit seit der Operation verbracht?
Am Anfang war es schlimm, ich konnte ja nur Brei essen. Aber es war irgendwie auch schön, wieder einmal so lange daheim zu sein und so viel Zeit für die Freunde zu haben.

Hast du in dieser Zeit überhaupt ans Tennis gedacht, oder gerät das in so einem Fall ganz in den Hintergrund?
Nein. Tennis war schon immer wichtig für mich. Und ich werde auf jeden Fall wieder leistungsmäßig spielen.

Probierst du es auch noch einmal auf der Tour?
Das ist noch nicht sicher. Ich werde vorerst vermehrt Preisgeldturniere in Österreich und Deutschland spielen und dann im Mai Liga.

Du bist 2001 wegen einer Verletzung sogar aus den Top 1000 gefallen und hast dich wieder zurückgekämpft. Glaubst du, dass du das noch einmal schaffen kannst?
Ich bin jetzt 26 und mein Ziel ist, bis Ende April wieder voll fit zu sein. Das Ranking ist mir nicht mehr so wichtig.

Wo trainierst du dich wieder auf?
Ich spiele immer mit den Mädels vom Ladies Future Team Tirol - Veronika Sepp, Iris Khanna, Sandra Liebl, Mona Wanner und Franziska Klotz - und trainiere mit meinem Freund Michael Gruber und Karel van Wyk. Karel und Michael sind auch die Betreuer vom Future Team. Ich werde nächstes Jahr auch Meisterschaft in Innsbruck spielen.

Warum nicht mehr in Altenstadt?
Es ist schön nach Altenstadt und dem BMTC wieder zu Hause zu spielen. Ausserdem glaube ich, dass ich in fittem Zustand dem Team im ersten Jahr in der Staatsliga eine Stütze sein kann.

Trotz deiner Probleme hast du auch heuer zwölf Turniere und einige Meisterschaftspartien gespielt. Lässt sich da eine Bilanz ziehen?
Wenn ich gerade fit war, war ich vom Spielerischen her total zufrieden. Der absolute Höhepunkt des Jahres war die Universiade in Izmir.

Warum?
Das war das Tollste, was ich sportlich je erlebt habe. Wie bei Olympia wurde eine eigene Stadt dafür aufgebaut. Jedes Land hatte ein eigenes Haus, so haben auch alle Österreicher zusammen in einem Haus gewohnt und sich dann bei den Wettbewerben angefeuert.

Beim Tennis waren aber nur du und Eva-Maria Hoch.
Ja, insgesamt waren aber etwa 35 Österreicher und in Summe 10.000 Athleten. Bei Turnieren ist man halt immer alleine unterwegs und da waren wir ein großes Team. Wir haben zum Beispiel Markus Rogan beim Schwimmen angefeuert, und Eva-Maria und ich hatten dann unsere Fans beim Tennis.

Das heißt, du bist das nächste Mal wieder dabei?
Das ist ein Ziel. Die nächste Universiade ist in zwei Jahren in Bangkok.

Welche Pläne hast du neben deiner aktiven Karriere?
Ich habe jetzt mit der Trainerausbildung begonnen.

Das heißt, du wirst Tennis auf jeden Fall in irgendeiner Form weiter betreiben?
Ich könnte mir schon vorstellen, dass ich selber ins Trainergeschäft einsteige und daneben weiterhin Meisterschaft und Preisgeldturniere spiele.

Waren Meisterschaft und Preisgeldturniere auch dieses Jahr schon deine Haupteinnahmequellen?
Ja, ich hab mir dieses Jahr vor allem durch Einnahmen bei Preisgeldturnieren und Ligaspielen finanziert. Teure Turnierreisen irgendwohin sind leider nicht mehr drin, ich versuch halt an Orten zu spielen die mit dem Auto erreichbar sind. Zum Beispiel in Deutschland und Italien.

Xian
Dec 5th, 2005, 08:46 PM
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Nicole Remis: "Ich war immer schon eine Trainingsweltmeisterin"
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Jahresbilanzen 2005 - Teil 4: Nicole Remis spricht im tennisweb.at-Interview über ihr Abschneiden in Linz, die Atmosphäre bei nationalen Turnieren und warum das Niveau unter den Top 100 eigentlich gar nicht so hoch ist.
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http://www.tennisweb.at/img/misc/transparent.gifhttp://www.tennisweb.at/img/misc/transparent.gifDein Saison-Highlight in Linz ist erst wenige Woche her. Dort hast du eine wirklich tolle Quali gespielt, in der ersten Runde sogar die damalige Nummer 137 geschlagen. Wieviel Prozent deines Leistungsvermögens hast du da gebracht?
Es klingt jetzt vielleicht blöd, wenn ich das so sage: Aber die Leistung gegen Pastikova in Runde eins war nicht einmal so überragend. Ich habe viele Bälle zu spät getroffen, auch taktisch war’s nicht so toll. Eine wirklich gute Leistung hab ich dann gegen Babsi Schwartz gebracht. Da hab ich wirklich dominiert, war vom Spielerischen und vom Taktischen her auch so wie ich es wollte. Leider hat sie ja dann im zweiten Satz aufgeben müssen …

Hast du dort irgendwas gefunden, was dir in Zukunft hilft, diese Leistungen öfter bringen zu können?
Das ist ganz einfach: Ich bin nach Linz gefahren, wollte nur Spaß haben und die tolle Atmosphäre genießen. Das hat man in den ersten beiden Matches auch deutlich gemerkt. Ich bin am Platz gestanden und hab einfach nur gespielt. Aber im dritten Match gegen Strycova hat sich das schon wieder geändert.

Inwiefern?
Da ging's plötzlich nicht mehr um den Spaß. Da bin ich ins Match gegangen und wollte gewinnen. Und schon war ich verkrampft und hab einfach nicht mehr gut gespielt.

Wie würdest du das Niveau dort beurteilen, vielleicht auch im Vergleich zu einem herkömmlichen ÖTV-Turnier?
Ich war überrascht, aber so toll war das gar nicht. Ich hab da Spielerinnen gesehen, die auf 60 oder 70 stehen, die mich gar nicht so begeistert haben.

Wie meinst du das?
Vom Spielerischen her und auch davon, wie sie körperlich beinander sind. Wenn du mir bei einigen gesagt hättest, sie sind um die 300, hätt ich's auch geglaubt. Vor dem Turnier hätte ich gedacht, Leute um die 80, 90 oder 100 spielen deutlich besser. Die absoluten Topleute sind aber natürlich nicht umsonst top, das sieht man ganz deutlich.

Wo ist dann der Unterschied zwischen 300 und 80?
Die sind einfach im Kopf so stark, dass die das, was sie tagtäglich trainieren, auch durchziehen und besser umsetzen können. Das ist auch der größte Unterschied zu mir – ich war halt immer schon eine Trainingsweltmeisterin.

Ist das einfach eine Gabe, die man in die Wiege gelegt bekommt, oder kann man sich diese mentale Härte auch irgendwie antrainieren?
Das hat man grundsätzlich oder man hat es nicht. Eine Ausnahme sind vielleicht die Russinnen. Die kämpfen sich einfach hoch, weil das eine Möglichkeit ist, sich in der Gesellschaft hochzuarbeiten. Da gibt es extrem viele, die mit mir gemeinsam vor einigen Jahren noch bei Challengern gespielt haben, und die ich jetzt schon in WTA-Hauptbewerben gesehen habe.

Warum strengt man sich bei uns nicht so an?
Vielleicht geht es uns auch ein bisschen zu gut, dass wir diese Härte nicht haben.

Das heurige Jahr ist in deinem Fall ja in zwei Kategorien einzuteilen – national und international. National klappte es wirklich toll, international - mit Ausnahme Linz - nicht ganz so gut. Wie lautet dein Resümee?
Ich habe ja international eigentlich kaum gespielt. Deswegen kann man da gar kein großartiges Resümee ziehen. Dabei ist es teilweise einfach blöd gelaufen. Es war einige Male knapp, und diese Spiele hab ich halt nicht gewonnen. Mir hat nach dem Aufbautraining, das ich vor Saisonbeginn gemacht habe, einfach die Matchpraxis gefehlt.

Und national?
Ja, da habe ich schon gut gespielt und bin natürlich zufrieden. Trotzdem gab es da schon zwei oder drei Partien, die ich nicht verlieren hätte dürfen.

Wie ist das Umfeld bei den ÖTV-Turnieren?
Ich habe die Atmosphäre dort viel lockerer erwartet, stattdessen sind die Mädels dort total übermotiviert. Ganz anders als bei den Herren, wo alles viel entspannter ist. Bei den Damen spielen einige total verbissen, obwohl sie daneben einen Beruf haben, wo sie ohnehin ihr Geld verdienen. Würden sie das nicht tun, könnte ich es ja verstehen. Aber ich habe mir teilweise nur mehr gedacht: 'Wir sind hier doch nicht bei einem Grand Slam-Finale.'

Wie bist du heuer finanziell ausgestiegen? Im Vorjahr hast du ja geklagt, dass du weit mehr investierst als du hereinbekommst …
Es war heuer ganz okay. Ich habe ja durch die wenigen internationalen Sachen auch eher wenige Ausgaben gehabt. Ich bin teilweise nur ein paar Minuten zu Turnieren gefahren. Da lebt es sich natürlich schon leichter, als wenn du im Ausland spielst und dir dort schon für einige Tage zumindest ein Quartier zahlen musst.

Wir haben das letzte Interview mit dir bei der BA-CA-Tennistrophy geführt. Damals hast du angekündigt, dass du nach Linz eine Entscheidung triffst, wie es mit dir weitergeht. Hast du die Entscheidung schon getroffen?
Nein, da ist noch nichts entschieden.

Könntest du dir nach deiner aktiven Karriere vorstellen, auch als Trainier zu arbeiten?
Auf jeden Fall! Ich habe vor kurzem deswegen auch mit meiner Tennistrainer-Ausbildung begonnen, hatte erst voriges Wochenende bei Hari Mair eine richtig große Prüfung, die ich zum Glück geschafft habe.

Was willst du mit dieser Ausbildung später genau machen?
Ich hab auf jeden Fall einmal vor, das auch beruflich zu machen. Außerdem verstehe ich jetzt rückblickend auch einige Sachen, die ich mit meinem Trainer Bernd Wetter all die Jahre gemacht habe, besser.

Könntest du dir da auch ein Leben als Touring Coach vorstellen oder würdest du eher in Österreich bleiben wollen, um beispielsweise in der Nachwuchsarbeit tätig zu sein?
Mein Ziel ist schon eher, Spieler auf Spitzenniveau zu betreuen. Da kann ich auch meine Erfahrung einbringen, die ich über die Jahre gesammelt habe. Es würde dann natürlich auch darauf ankommen, wie viele Tage im Jahr ich nicht daheim wäre. Ob ich ein Dreivierteljahr herumreisen würde, kann ich aus heutiger Sicht nicht beurteilen, das hängt dann von meiner Lebenssituation ab. Aber eine Gruppe von Mädels an die WTA-Tour heranzuführen, das würde mich schon sehr reizen.

Du bist die österreichische Spielerin, die speziell im heurigen Jahr auf beinahe allen Ebenen gespielt hat: vom kleinen ÖTV-Event über Challengers bis hin zum großen WTA-Turnier. Dementsprechend hast du nun auch auf allen Ebenen einen Einblick bekommen, wie es um das Leistungsvermögen des österreichischen Damentennis bestellt ist. Wie würdest du das beurteilen?
Eine Sybille Bammer muss man halt einfach bewundern. Die ist irrsinnig fokussiert, im Kopf wahnsinnig stark. Sie weiß am Platz genau was sie zu tun hat und ist läuferisch wahnsinnig gut.

Tamira Paszek ...
Tamira Paszek hab ich in Linz – außer im Fernsehen – leider nicht spielen gesehen. Bei ihr scheint der Vorteil einfach ihre frühe Entwicklung zu sein. Wenn ich daran denke, wie ich mit 14 Jahren gedacht habe – so weit wie Tamira war ich bei weitem noch nicht. Ich bin damals auch in das Tennis mehr so reingerutscht, vom Kreismeister über den Landesmeister zum Staatsmeister hin. Aber bei Tamira wirkt das total professionell durchgeplant und sie hat diesen starken Vater, der im Hintergrund gut arbeitet.

Du hast 1997 in Italien mit einem Future-Sieg dein einziges internationales Turnier gewonnen, und das schon mit 17 Jahren. Wie hast du dir damals deine weitere Karriere ausgemalt? Was hat sich erfüllt und was nicht?
Also ich muss eines gleich dazu sagen: Damals hab ich viel, viel schlechteres Tennis gespielt und war viel unfitter, als das jetzt der Fall ist. Die Dichte war damals allerdings bei weitem nicht so groß, das wurde in letzter Zeit von Jahr zu Jahr deutlich schwieriger. Meine Trainer haben mir damals jedenfalls prophezeit, dass ich das Zeug für die Top 100 hätte. Die Trainer haben mir bis dorthin einen kontinuierlichen, aber guten Aufwärtstrend zugetraut. Das war halt dann nicht so, es hat der Knacks gefehlt, dieser kleine, aber entscheidende Durchbruch.

Und wie hast du’s selber damals gesehen? Wie hast du dir deine Zukunft vorgestellt?
Das ist schon so lange her… Es ist aber sicher so, dass in so einem Alter alles mehr durch die rosarote Brille sieht als man das später tut. Ich habe mit 15 Jahren oder so immer gemeint, dass ich die Nummer eins werden will.

CCCP1
Dec 5th, 2005, 09:18 PM
Will they be playing next year?

Can someone please give a rough translation