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View Full Version : Interview with Clijsters, Petrova, Dechy, Schnyder from newspaper! (It's in German!)


Drimal
Sep 28th, 2005, 01:12 PM
Belgierin will mit 25 in Rente...
Clijsters, Petrova, Schnyder und Dechy im Kreuzfeuer




Nicht jede Initiative der WTA ist so zu
begrüßen wie die „all access hour“, wo
während einer Stunde die vier Topspielerinnen
des Turniers einer Journalistenrunde
Rede und Antwort stehen. Abwechselnd
hatte man Gelegenheit, sich
gestern in kleinem Kreis mit Kim
Clijsters, Nadia Petrova, Patty Schnyder
und Nathalie Dechy ungezwungen zu
unterhalten.
Zum Auftakt war der Tisch von
Clijsters selbstverständlich von
den belgischen Kollegen umlagert,
derweil Turnierdirektorin Dan
Koster im Auftrag der WTA die
Fragen in flämischer Sprache
„überwachte“, da bei der Spielergewerkschaft
keiner dieser Sprache
mächtig war. Es dauerte geraume
Zeit, bis die belgische Presse,
die sich absolut nicht um die
anderen Spielerinnen kümmerte,
den Platz geräumt hatte, so dass
die Siegerin der US Open auch
anderen Journalisten Rede und
Antwort stehen konnte.
Locker und aufgeschlossen präsentierte
sich die Belgierin, die
erneut betonte, dass dieses Turnier
in Kockelscheuer eine Herzensangelegenheit
für sie bedeutet.
„Hier habe ich meinen ersten
wichtigen Turniersieg gefeiert,
hier fühle ich mich wie inmitten
einer großen Familie. Diese besondere
Atmosphäre, die Nähe zu Belgien,
die vielen Familienangehörigen
und Freunde, die hier sind,
geben mir einen besonderen Rückhalt,
der mir manchmal bei anderen
Turnieren fehlt.“
Natürlich war ihr Erfolg bei den
US Open und die akrobatische Einlage
der 22-Jährigen auf den Tribünen
in New York in aller Munde.
Die Gelenkigkeit hat sie von ihrer
Mutter, einer früheren Turnerin,
aber daran dachte sie nicht: „Ich
sah nur meine Familie, und da
wollte ich im Augenblick des Triumphes
hin. Nach meinem Comeback
und diesen herrlichen Erfolg
wollte ich nur zu ihnen hin.“
Danach wurde es etwas schwer,
wieder zum Alltag über zu gehen:
„Eine Woche lang habe ich recht
wenig getan, dann versuchte ich,
mit Sparringspartnern wieder den
Rhythmus zu finden. Kurz nach
den US Open erfolgte die Trennung
von Trainer Marc Dehous. Nun
arbeitet sie abwechselnd mit Trainingspartnern.
„Hier in Luxemburg
steht mir ein Deutscher zur
Verfügung. An anderen Orten
werde ich mich je nach Gelegenheit
umsehen. Wichtig ist, dass
dieser die Bälle gut schlägt, mit
den anderen Sachen komme ich
selbst klar. Mit Caroline Maes trainiere
ich nicht, sie ist aber eine
gute Freundin.“
Tennis ist aber nicht die wichtigste
Angelegenheit in ihrem Leben,
daher bekräftigte sie noch
einmal, dass in zwei Jahren mit
dem Hochleistungssport Schluss
ist: „Ich meine es ernst, Ende 2007
höre ich auf. Bei allen Turnieren
muss man sich zu 100 Prozent
investieren, das ist meine Mentalität,
aber das geht mächtig an die
Substanz. Ich weiß, wie schnell
man sich eine schwere Verletzung
zuziehen kann und will mir die
Tortur nicht noch über Jahre antun.
Auch Olympia 2008 in Peking
ist für mich kein Ziel mehr.“

Dechy: „Will nächste Zeit noch
weiter nach vorne“

Nathalie Dechy hat die erneute Niederlage
im Endspiel im Fedcup gegen
Russland immer noch nicht verdaut:
„Wir waren zehn Tage im
Trainingslager zusammen, um
nach der Vorjahresniederlage den
Titel zu holen, aber es hat wieder
nicht geklappt. Ich stand wohl nicht
auf dem Platz, fieberte jedoch auf
der Bank mit und war sehr enttäuscht.
Aber die großartige Stimmung
und der Publikumsandrang
war positiv für das Frauentennis.“
Die 26-Jährige hat in ihrer Karriere
erst ein Turnier gewonnen
und betone: Mein Saisonziel war,
bei den Grand Slams gut abzuschneiden,
was mir gelungen ist mit
dem Halbfinale in Australien und
jeweils der vierten Runde in Wimbledon
und bei den US Open. Zudem
wollte ich ein Turnier gewinnen,
daran muss ich noch arbeiten.“
„2005 war ein gutes Jahr, mir
geht es wie mit dem guten Wein“,
lächelte sie. Sie hat vor einiger Zeit
geheiratet und den Coach gewechselt:
„Ich bin reifer geworden, ausgeglichener.
Tennis ist nicht alles,
ich hatte zuvor meine Studien abgeschlossen,
ehe ich im Profi-Circuit
antrat. Nun will ich bis Saisonende
im Ranking noch mehr nach vorne
kommen.“
Auf Guadeloupe geboren, war sie
lange Zeit in Lille wohnhaft, um
dann ihr Domizil in Tournai (B)
aufzuschlagen: „Das liegt nur 20 km
entfernt, und dort residieren viele
Franzosen. Vor allem aus steuerlichen
Gründen bin ich nach Belgien
gegangen, denn in Frankreich wird
man als Indépendant besteuert und
genießt als Elitesportler keinerlei
steuerliche Vergünstigungen.“

Schnyder: „Gutes und
erfolgreiches Jahr“

Die Schweizerin Patty Schnyder, in
Kockelscheuer an Nummer drei gesetzt,
blickt auf ein erfolgreiches
Jahr zurück: „Diese Saison war
meine bisher beste. Ich habe große
Spiele erlebt und schöne Siege gefeiert.“
Das kann die 26-jährige
Schweizerin nach ihren Turniererfolgen
in Cincinnati (USA) und Gold
Coast (AUS) ruhig behaupten. Zudem
stand Schnyder, derzeit die
Nummer zehn der Welt, in Rom im
Finale, wo sie Amélie Mauresmo
unterlegen war, nachdem sie Maria
Sharapova ausgeschaltet hatte.
Nicht so gerne spricht sie über vergangene
Saison, wo sie vom Pech
verfolgt wurde: „Ich kannte einen
Superstart in das Jahr 2004, doch
dann wurde ich immer wieder von
Verletzungen zurückgeworfen. Ich
glaube, das ist das Schlimmste, was
einem passieren kann, immer wieder
verletzt zu sein. Seitdem habe
ich viel trainiert und deswegen ist
meine Physis besser geworden.
Hinzu kommt, dass ich meine Kondition
habe halten können und
mein Spiel konstanter wurde.“
Der Trainer von Schnyder, Rainer
Hoffmann, ist zugleich ihr Ehemann.
Diese eher außergewöhnliche
Zusammenarbeit
bringt es mit sich, dass Schnyder
zurzeit so erfolgreich agiert. „Mit
meinem Mann zusammenzuarbeiten,
ist sehr angenehm. Keiner
kennt mich besser als er und deshalb
ist es in meinen Augen die
perfekte Zusammenarbeit“, erklärte
die sympathische Linkshänderin.
Schnyder steckt sich sowohl
kurzfristige wie auch langfristige
Ziele: „Das Hauptziel bleibt nach
wie vor, einen Grand Slam zu gewinnen
Kurzfristig würde ich mich
darüber freuen, mich fürs Masters
zu qualifizieren. Beim Turnier hier
in Luxemburg möchte ich das Halbfinale
erreichen. Ich werde versuchen,
mich auf jede Gegnerin zu
konzentrieren und sehen, was bei
meinem ersten Hallenturnier herausspringt.“
Mit der Schweizer
Presse hat die Katzenliebhaberin
nicht mehr viel Kontakt: „Da meine
Homepage (www.patty-schnyder.
com) fast immer aktualisiert
wird, informieren viele Journalisten
sich übers Internet.“ Zum Abschluss
bemängelte sie noch das
Schweizer Schulsystem, das nicht
erlaubt, Sport mit Schule so richtig
zu kombinieren. Schnyder entschloss
sich mit 15 ½ Jahren, Profi
zu werden und musste somit ihre
schulische Ausbildung beenden.
Die Russin Nadia Petrova, die
bereits vor einigen Jahren in Kockelscheuer
aufschlug, blickt ebenfalls
auf ein erfolgreiches Jahr zurück:
„Diese Spielzeit verlief um
einiges besser als die vorige Saison.
Ich habe an meinem Service gearbeitet
und kann nun viele einfache
Punkte dadurch erzielen. Ich bin
zuversichtlich, was die Zukunft betrifft.“
Beim Turnier in Luxemburg
fühlt die 23-Jährige sich wohl:
„Auch wenn es mein erstes Hallenturnier
ist, bin ich optimistisch. Ich
hoffe, ins Halbfinale zu kommen,
um dann möglicherweise gegen
Kim das Finale zu bestreiten. Der
Belag bei diesem Turnier liegt mir.“
Angesprochen darauf, dass sie bislang
noch kein Turnier gewinnen
konnte, meinte sie gelassen: „Andere
Spielerinnen wären froh,
wenn sie meine Resultate aufzuweisen
hätten. Ich mache mir
keine Sorgen, denn die Zeit für den
ersten Titel wird noch kommen.
Jede Niederlage tut weh, doch daraus
lerne ich und versuche, mein
Spiel zu verbessern.“
Petrovas Eltern waren auch erfolgreiche
Athleten. Vater Victor Petrov
war einer der besten Hammerwerfer
seiner Zeit und Mutter Nadejda
Ilina gewann gar die Bronzemedaille
mit der 400-m-Staffel bei
Olympia 1976. Die sportliche Begabung
liegt wohl in der Familie. Dies
sieht auch die Russin so, die während
ihrer Jugend in Ägypten lebte.
Dieser Aufenthalt prägte das Leben
der aktuellen Nummer neun der
WTA-Weltrangliste: „Es war die
Zeit, wo ich vom Mädchen zur jungen
Frau heranwuchs. Es war außerdem
manchmal eine schwierige
Zeit, da die Muslime eine andere
Kultur haben. Ich habe während
der Zeit viele Personen getroffen,
die heute noch zu meinem Freundeskreis
gehören. Außerdem habe
ich dort gelernt, selbstbewusster
und selbstständig zu werden. Des
Weiteren habe ich mein erstes ITFTurnier
in Ägypten gewonnen, woraufhin
meine Karriere als Profi so
richtig in Schwung kam.“ Die Stadt
Luxemburg hat die 1,78 m große
Rechtshänderin auch schon besichtigt:
„Es ist eine schöne kleine Stadt,
wo alles nahe beieinander liegt.
Wenn die Zeit es mir erlaubt,
schaue ich mir gerne die europäischen
Städte an. Meine Lieblingsstadt
ist Rom, da die Stadt eine tolle
Geschichte hat.“ (grl/kev)

davidmario
Sep 28th, 2005, 02:03 PM
very interesting.